Antisemitismus war nie verschwunden – aber TikTok, Instagram und YouTube geben ihm eine neue, algorithmisch verstärkte Reichweite. Ein Vortrag bei der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus fragt, wie digitale Radikalisierung funktioniert und was gegen Antisemitismus auf Social Media getan werden kann.
Verschwörungsmythen, Holocaustrelativierung, offener Judenhass – verpackt als Memes, Challenges oder scheinbar harmlose Unterhaltungsformate. Was auf Social-Media-Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube täglich millionenfach konsumiert wird, ist längst kein Randphänomen mehr. Antisemitische Narrative verbreiten sich nahezu ungefiltert – und werden durch Algorithmen gezielt an junge Nutzerinnen und Nutzer ausgespielt, die oft gar nicht merken, wie sie schrittweise radikalisiert werden.
Leo Fischer, Mitarbeiter der Bildungsstätte Anne Frank und Ko-Autor mehrerer Reports zur digitalen Radikalisierung, beleuchtet in seinem Vortrag bei der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, wie diese Mechanismen funktionieren: Wie werden antisemitische Inhalte auf Kurzvideoplattformen verbreitet? Welche Rolle spielen Algorithmen bei der Verstärkung solcher Inhalte? Und wie gelingt der Schritt von der harmlosen Unterhaltung zur ideologischen Verhärtung?
Zugleich stellt der Vortrag die drängende Frage nach Gegenmaßnahmen: Was können Plattformen, Politik und Zivilgesellschaft tun – und was tun sie bisher zu wenig?
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