Zwei Heiligtümer, eine Landschaft: Das Ringheiligtum von Schönebeck im Landesmuseum Halle

Unweit von Pömmelte lag ein zweites Kreisgrabenheiligtum – entdeckt aus der Luft, ausgegraben mit modernsten Methoden. Museum exklusiv beleuchtet, was die beiden Anlagen verbindet und was sie unterscheidet.

Ein Fund aus der Vogelperspektive

Manche archäologischen Entdeckungen verdanken sich dem Zufall – andere dem systematischen Blick von oben. Die Kreisgrabenanlage von Schönebeck wurde bereits in den 1990er Jahren durch Luftbildarchäologie entdeckt: Aus der Luft zeichneten sich im Boden die Konturen zweier konzentrischer Ringgräben ab, die auf eine bedeutende vorgeschichtliche Anlage hindeuteten. Was folgte, war jahrelange akribische Feldarbeit: Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt legte die Anlage in Zusammenarbeit mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg frei und untersuchte sie eingehend.

Zwei Anlagen, eine Nachbarschaft

Die Kreisgrabenanlage von Schönebeck liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum bereits bekannten Ringheiligtum von Pömmelte – jenem spektakulären Fundplatz, der als „deutsches Stonehenge” in die Kulturgeschichte eingegangen ist. Doch was verbindet die beiden Anlagen? Und worin unterscheiden sie sich? Diesen Fragen geht Museumsdirektor Harald Meller in der neuen Folge von „Museum exklusiv” nach – im Rahmen einer Kurzführung durch den neu gestalteten Ausstellungsbereich „Bronzerausch” des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle.

Heiligtümer in der Landschaft des Übergangs

Beide Anlagen entstanden in einer Zeit des fundamentalen kulturellen Wandels – am Übergang von der Jungsteinzeit zur frühen Bronzezeit. Dass zwei solcher Kreisgrabenanlagen so nah beieinanderliegen, wirft faszinierende Fragen auf: Wurden sie gleichzeitig genutzt? Erfüllten sie unterschiedliche rituelle Funktionen? Und was sagt ihre räumliche Nähe über die sozialen und religiösen Strukturen der damaligen Gesellschaft aus?

Museum exklusiv: Archäologie zum Anfassen

Die Reihe „Museum exklusiv” des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle nimmt ihr Publikum regelmäßig mit auf Kurzführungen durch die Dauerausstellung – anhand von Objekten, die für sich sprechen, und Experten, die sie zum Sprechen bringen. Die Folge zur Schönebecker Kreisgrabenanlage ist dabei ein besonders lohnender Einblick in eine Forschungslandschaft, die noch längst nicht alle ihre Geheimnisse preisgegeben hat.

Eine Thomas Claus Medienproduktion im Auftrag des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte, 2026. “Archaeofilm” ist eine geschützte Wort-Bild-Marke des Landes Sachsen-Anhalt (LDA).

Regie: Thomas Claus
Bildgestaltung: Felix Greif
Filmeditor: Alexander Woltexinger
Titelgrafik: Oliver Thomas
Ton: Tobias Engelhard
Bildrecherche: Dr. Anja Lochner-Rechta
Projektkoordination: Dr. Tomoko Emmerling

Mehr unter: landesmuseum-vorgeschichte.de

Anzeige

Newsletter