Propaganda in Metall: Ludwig XIV. und die mächtigste Medaillenserie Europas

Die Staatliche Münzsammlung München zeigt das ambitionierteste Repräsentationsprojekt der Frühen Neuzeit – und ein neues Werkverzeichnis eröffnet erstmals den vollen Umfang der königlichen Selbstinszenierung.

Der Sonnenkönig wollte unvergessen bleiben

Ludwig XIV. war kein Herrscher, der dem Zufall überließ, wie die Nachwelt ihn erinnern würde. Die sogenannte série uniforme – eine umfangreiche Medaillenserie, die auf seinen Auftrag hin entstand – sollte seine Herrschaft und politischen Erfolge dauerhaft dokumentieren: für Zeitgenossen und für die Geschichte. Die Staatliche Münzsammlung München widmet diesem einzigartigen Projekt nun die Ausstellung „Der Sonnenkönig in Medaillen”.

Die bedeutendste Medaillenserie der europäischen Geschichte

Die série uniforme gilt als die umfangreichste und bedeutendste Medaillenserie, die je in Europa geschaffen wurde. An ihrer Entstehung waren Gelehrte der Académie française, renommierte Künstler und die bedeutendsten Stempelschneider des Kontinents beteiligt – ein kollektives Prestigeprojekt im Dienst monarchischer Selbstdarstellung. Aktuelle Forschungen konnten inzwischen 487 unterschiedliche Medaillenrückseiten mit Ereignisdarstellungen nachweisen.

Prächtige Druckwerke als Multiplikatoren der Macht

Neben den Medaillen selbst zeigt die Ausstellung ihre außergewöhnliche Dokumentation in prachtvollen Druckwerken aus den Jahren 1702 und 1723. Diese Publikationen verbreiteten das von Ludwig XIV. selbst geprägte Bild seiner Herrschaft weit über die Grenzen Frankreichs hinaus – durch ganz Europa. Medaille und Buch ergänzten sich zu einem durchdachten Kommunikationssystem im Dienst der Krone.

Neues Werkverzeichnis: Erstmals systematisch erfasst

Begleitend zur Ausstellung entstand ein neues wissenschaftliches Werkverzeichnis, das erstmals die große Vielfalt der bekannten Prägungen und Varianten systematisch zusammenführt. Damit eröffnet die Münzsammlung neue Perspektiven auf eines der bedeutendsten Medien monarchischer Selbstdarstellung der Frühen Neuzeit – und leistet einen wichtigen Beitrag zur kunsthistorischen Forschung.

Mehr unter: www.staatliche-muenzsammlung.de

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