Prof. Dr. Christine Weder zur Ausstellung Adelheid Duvanel im open art museum

Im Interview zur Ausstellung spricht Christine Weder, Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Genf und Expertin für das Werk Adelheid Duvanels, über die Verbindung zwischen Duvanels schriftstellerischem und bildnerischem Schaffen. Sie hat im November 2025 den Band „Es gibt Tage“ im Limmat Verlag herausgegeben – eine Sammlung von Feuilletons, Kolumnen und Rezensionen Duvanels aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Diese frühen Texte zeigen eine neue Facette der Autorin: präzise Alltagsbeobachtungen, poetische Miniaturen und zeitkritische Kommentare, die bereits jene feine Sensibilität erkennen lassen, die ihr gesamtes Werk prägt.

Das Interview wurde am 12. September 2025 in Zürich aufgezeichnet.

Idee | Regie: Tobias Stilz Kamera | Schnitt: Noah Giezendanner

Adelheid Duvanel. Zwischen Bild und Wort

Das open art museum widmet der Basler Schriftstellerin und Künstlerin Adelheid Duvanel (1936–1996) eine umfassende Ausstellung mit Zeichnungen und Gemälden. Während ihre feinen, lakonischen Textminiaturen längst als eine der eigenständigsten Stimmen der Schweizer Literatur gelten, blieb ihr bildkünstlerisches Werk bislang weitgehend unbeachtet.

Die Ausstellung vereint Werkgruppen aus dem eigenen Sammlungsbestand mit Gemälden aus dem Bilderlager der UPK Basel und rückt Duvanels eindringliche Bildwelt neu ins Licht – Kunst, die ungeschönt und zugleich einfühlsam von Anderssein, Einsamkeit und der Sehnsucht nach Geborgenheit erzählt. Schon in den frühen Zeichnungen der 1950er-Jahre finden sich fragile Frauenfiguren, Kinder und Menschen am Rand der Gesellschaft – Themen, die sich wie ein roter Faden durch ihr Werk ziehen. Angst, Krankheit und Tod verleihen ihren Bildern und Texten eine unverwechselbare Intensität.

Obwohl Duvanel als Autorin in der Basler Kulturszene präsent war, entzog sie sich künstlerischen Strömungen und Moden. Als Gratwanderin zwischen Literatur und Kunst arbeitete sie mit existenzieller Konsequenz an sich selbst – in Sprache ebenso wie im Bild.

Mehr unter: openartmuseum.ch

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