Mit ihrer zweiten Interventions-Ausstellung widmet sich die Heidi Horten Collection dem Wiener Fotografen Ouriel Morgensztern, der in seiner Arbeit Ort das Museumsgebäude selbst zum Protagonisten macht. Seine Fotografien sind keine dokumentarischen Abbildungen, sondern subjektive, intime Erkundungen der Architektur.
Morgensztern richtet seinen Blick auf das Detail – auf Linien, Oberflächen, Spiegelungen und Schatten. Durch extreme Aus- und Anschnitte, durch das Spiel von Licht und Dunkel entstehen abstrakte Kompositionen, die zwischen Realität und Wahrnehmung oszillieren. Das Haus wird dabei zugleich sichtbar und entzogen: präsent und abwesend.
Diese Spannung zwischen Anwesenheit und Abwesenheit durchzieht Morgenszterns gesamtes Werk. Menschen und Kunstwerke, die das Museum beleben, erscheinen in seinen Bildern nur indirekt – als Nachhall, als Spur.
Auch in seinem jüngsten Projekt, in dem er den Wiener Drehorten des Filmklassikers Der dritte Mann folgt, greift er dieses Prinzip auf. Wie die Titelfigur Harry Lime, die lange Zeit unsichtbar bleibt und dennoch die Handlung bestimmt, sind auch die Räume der Heidi Horten Collection in seinen Fotografien zugleich da und nicht da.
So schafft Morgensztern in Ort eine stille, poetische Meditation über Raum, Wahrnehmung und Erinnerung – und macht sichtbar, was sich oft nur im Verborgenen zeigt.
Mehr unter: hortencollection.com





