Im Rahmen der dreiteiligen Veranstaltungsreihe „Neue Perspektiven auf den RAF-Terror“ beleuchtet das StadtPalais aktuelle Forschungsansätze aus Wissenschaft, Medien und Pädagogik. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Rolle der Strafverteidigung in der radikalisierten Phase der 1970er-Jahre.
Die Aufarbeitung des Terrors der Roten Armee Fraktion (RAF) bleibt ein zentrales Thema der deutschen Zeitgeschichte. Das StadtPalais Stuttgart setzt mit seiner aktuellen Reihe dort an, wo klassische Narrative enden, und lädt Experten ein, die juristischen und sozialen Rahmenbedingungen jener Ära neu zu bewerten.
Fokus auf die „Linksanwälte“ des roten Jahrzehnts
Ein wesentlicher Beitrag zur Reihe stammt von der renommierten Zeithistorikerin Prof. Dr. Angela Borgstedt. Die Geschäftsführerin der Forschungsstelle „Widerstand gegen den Nationalsozialismus im deutschen Südwesten“ an der Universität Mannheim gilt als Expertin für die juristische Aufarbeitung von Systemumbrüchen.
Borgstedt präsentiert im Rahmen der Reihe ihre im Oktober 2025 erschienene Publikation „Linksanwälte – Aspekte der Strafverteidigung im roten Jahrzehnt“. Das Werk untersucht die spezifische Rolle von Anwältinnen und Anwälten, die in den 1970er-Jahren die Verteidigung von Akteuren der linksextremen Szene übernahmen. Dabei werden die Spannungsfelder zwischen rechtsstaatlichem Anspruch, politischer Überzeugung und staatlicher Repression detailliert analysiert.
Wissenschaftliche Einordnung
Borgstedts Forschung schlägt eine Brücke von der Entnazifizierung und der juristischen Bewältigung des NS-Regimes nach 1945 hin zur Rechtsgeschichte der Bundesrepublik. Durch die Verknüpfung der Geschichte der Anwaltschaft mit den Herausforderungen des RAF-Terrors liefert die Reihe im StadtPalais wichtige Impulse für die moderne Bildungsarbeit und das Verständnis des deutschen Rechtsstaats.
Hintergrund der Reihe
Die Reihe „Neue Perspektiven auf den RAF-Terror“ im StadtPalais Stuttgart kombiniert wissenschaftliche Tiefe mit gesellschaftlicher Relevanz. Sie richtet sich an ein Fachpublikum sowie an eine interessierte Öffentlichkeit, die an einer differenzierten Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Geschichte interessiert ist.
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