Comics sind weit mehr als Unterhaltung für Kinder – sie sind eine universale Weltsprache. Die Albertina Modern widmet diesem Phänomen nun eine wegweisende Schau: „KAWS ART & COMIX“ stellt den US-Superstar Brian Donnelly (alias KAWS) ins Zentrum einer kunsthistorischen Spurensuche. Es ist eine Reise von den Anfängen der grafischen Narration bis hin zum totalen Verschwimmen der Grenzen zwischen „High & Low“.
Die Ausstellung untersucht, wie Comic-Elemente und Cartoons die DNA der zeitgenössischen Kunst infiltriert haben und warum Charaktere wie der berühmte „COMPANION“ von KAWS heute als autonome Kunstfiguren Weltruhm genießen.
Ralph Gleis über “KAWS ART & COMIX” in der Albertina Modern
Die Sprache der Linien: Universal und grenzenlos
Comics funktionieren überall. Ob als politische Satire, Karikatur oder einfache Bildergeschichte – ihre grafische Kraft spricht jede Gesellschaftsschicht und Altersgruppe an. Die Schau macht deutlich:
- Vorreiter der Narration: Schon vor der Erfindung des Films nutzten Künstler kaderförmige Erzählungen (Frames), um Geschichten zu vermitteln.
- Die Klassiker: Selbst Giganten wie Jean-Michel Basquiat oder der Minimalist Ad Reinhardt experimentierten mit fast klassischen Comic-Strukturen.
- Der Bruch der 1960er: Künstler wie Roy Lichtenstein und Keith Haring rissen die Mauer zwischen elitärer Galerie-Kunst und populärer Massenkultur endgültig ein.
KAWS im Dialog: Ein Netz aus Referenzen
Kuratorin Angela Stief setzt KAWS nicht isoliert in den Raum, sondern lässt ihn in einen spannungsgeladenen Dialog mit anderen Positionen treten. Dabei wird sichtbar, dass KAWS’ Werk tief in der Kunstgeschichte verwurzelt ist.
Zwischen Kommerz und Leinwand
Die Ausstellung zeigt eindrücklich, dass KAWS die kommerzielle Kunst nicht als Feind, sondern als Erweiterung begreift. Seine Figuren sind Markenzeichen und Meisterwerke zugleich. Er nutzt die Ästhetik von Cartoons, um Themen wie Einsamkeit, Gemeinschaft und Menschlichkeit in einer globalisierten Welt zu verhandeln.
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