Ein ungewöhnlicher Titel, persönliche Geschichten und große künstlerische Fragen: Die Ausstellung «Komm Glüückck» im open art museum St. Gallen zeigt, was Kunst kann, wenn Worte an ihre Grenzen stoßen.
Was passiert, wenn ein Wort selbst zum Bild wird? Wenn Schrift nicht mehr nur begleitet, sondern gestaltet, kommentiert, widerspricht oder ersetzt? Diesen Fragen geht die Ausstellung «Komm Glüückck» nach, die vom 25. Juni bis 18. Oktober 2026 im open art museum in St. Gallen zu sehen ist – kuratiert von Kunsthistorikerin und Sammlungskuratorin Isabelle Zürcher.
Schon der Titel ist Programm: «Komm Glüückck» – eine orthografisch eigenwillige Einladung ans Glück – setzt die Stimmung der gesamten Schau. Im Vorfeld der Ausstellung hat Isabelle Zürcher im Interview erzählt, wie es zu diesem ungewöhnlichen Titel kam, welche Geschichten hinter den ausgewählten Werken stecken und was sie bei der Kuratierung geleitet hat.
Wenn Worte nicht mehr reichen
Die Ausstellung versammelt Werke aus der Sammlung des Museums, in denen das Beziehungsgeflecht von Wort und Bild die Hauptrolle spielt: Gedanken, Grüße, Gedichte und Erzählungen, Schriftgrafiken und Bildgeschichten, Art Postal sowie konzeptuelle Auseinandersetzungen mit Sprache und Wortschatz. Die Bandbreite ist groß – und genau das macht den Reiz aus.
Denn Künstlerinnen und Künstler setzen Bild und Schrift auf höchst unterschiedliche Weise zueinander in Beziehung: Das Wort wird selbst zum Bild, ist dem Bild eingeschrieben, begleitet es oder kommentiert es. Besonders dort, wo Sprache an ihre Grenzen stößt, öffnet Kunst einen anderen Zugang – zu Gefühlen, Gedanken und Erlebnissen, die sich dem Text entziehen.
«Komm Glüückck» lädt ein, Sehen und Lesen neu zu denken – und zu entdecken, wie viel zwischen den Zeilen liegt.
Idee | Regie: Tobias Stilz
Kamera | Schnitt: Magdalena Handschin
Das Interview wurde am 4. Mai 2026 im open art museum, St.Gallen aufgezeichnet.
Mehr unter: openartmuseum.ch




