KI für alle Museen: Landesstelle Baden-Württemberg will den Wissenstransfer in die Breite bringen

1200 Museen in Baden-Württemberg, aber der KI-Diskurs geht an den Kleinen vorbei. Die Landesstelle für Museen will das ändern – mit einem Projekt, das Erfahrungswissen der großen Häuser für alle zugänglich macht.

Der Satz klingt verlockend: KI löst auf Knopfdruck Probleme, die seit 30 Jahren ungelöst sind. Susanne Opfermann von der Landesstelle für Museen Baden-Württemberg in Stuttgart räumt mit dieser Illusion direkt auf. „Das große Heilsversprechen ist, dass KI ein Zauberbutton ist – aber das ist es natürlich nicht.” Was es stattdessen braucht, ist eine realistische Perspektive, eine geklärte Datenlage, eine Digitalstrategie und ein gemeinsames Vokabular. Und vor allem: einen Weg, wie KI-Kompetenz wirklich alle 1200 Museen im Land erreicht.

Genau das ist das Ziel des Projekts „KI für alle”. Denn der aktuelle Diskurs über KI in der Museumsarbeit wird, so Opfermann, oft am Bedarf der kleinen und kleinsten Häuser vorbei geführt. Viele verfügen weder über die technische Infrastruktur noch über die personellen Ressourcen, um aktiv an diesen Debatten teilzunehmen. Gleichzeitig wächst der Druck auf sie: Mehr Anforderungen an die Sammlungsarbeit, weniger Ressourcen.

Erfahrung der Großen, Nutzen für alle

Die Landesstelle hat deshalb zwei erfahrene Partnermuseen ins Projekt geholt: die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim und das Landesmuseum Württemberg in Stuttgart. Beide verfügen über jahrelange Praxis im KI-Einsatz und über die Kompetenz, dieses Wissen so aufzubereiten, dass es auch für kleinere Häuser mit ganz anderen Strukturen und Sammlungslagen nutzbar wird.

Das Projekt lädt Museen ein, in einen Experimentierraum einzutreten – mit eigenen Sammlungsdaten, in den eigenen Rahmenbedingungen, zu eigenen Erkenntnissen. Diese Erkenntnisse sollen dann gemeinschaftlich diskutiert werden, um zu einer einheitlichen Sprache für KI im Museum zu gelangen. Nicht von oben verordnet, sondern gemeinsam erarbeitet.

„Clever eingesetzt kann KI ein Assistenzsystem sein, das zur Entlastung führt”, so Opfermann – aber nur dann, wenn die Grundlagen stimmen. Und nur dann, wenn auch die kleinsten Museen Teil des Diskurses sein können.

Mehr unter: mai-tagung.lvr.de

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