Im Ton Fossilien entdecken: Wie das Schlämmen in Balve verborgene Schätze freilegt

In der vierten Folge der fünfteiligen Kurzdoku zur Dinosaurier-Grabungsstätte bei Balve dreht sich alles um einen der wichtigsten Arbeitsschritte nach dem Graben: das Schlämmen. Mit Wasser, Sieben und viel Geduld machen die Forscher selbst mikroskopisch kleine Überreste der Kreidezeit sichtbar.

Warum wird geschlämmt?

Nachdem die großen Fossilien aus dem Boden geborgen sind, beginnt die eigentliche Detektivarbeit. Viele Fundstücke – winzige Knochen und Zähne früher Säugetiere sowie anderer kleiner Tiere aus der Kreidezeit – sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Um diese versteckten Zeugnisse einer längst vergangenen Welt zu finden, greifen die Paläontologen zu einer bewährten Methode: dem Schlämmen. Dabei wird das tonhaltige Sediment mit Wasser aufgelöst und durch Sieben geschickt, bis auch die kleinsten Fossilien zum Vorschein kommen.

Trocknen, auflösen, entdecken

Doch bevor das Schlämmen beginnt, muss das Material erst einmal warten. Das Sediment wird zunächst getrocknet, bevor es in den Prozess geht. Warum? Nur so lässt sich der tonhaltige Boden später effizient mit Wasser auflösen und filtern. Schritt für Schritt wird die Erde aufbereitet, bis aus unscheinbarem Ton spannende Fundstücke werden – Zeugnisse einer Welt, die vor Millionen Jahren existierte.

Nachhaltig graben: Wasser im Kreislauf

Ein besonderes Augenmerk liegt bei der Grabung in Balve auch auf dem Umgang mit Ressourcen. Das für das Schlämmen verwendete Wasser stammt aus einem geschlossenen Kreislaufsystem, das speziell für die Ausgrabung eingerichtet wurde. So kann das Material effizient verarbeitet werden, ohne unnötig Wasser zu verbrauchen. Nachhaltigkeit und wissenschaftliche Präzision gehen hier Hand in Hand.

Von der Grabung ins Museum

Die Kurzdoku ist Teil der neuen Ausstellung „überLeben zwischen Dinos und Schuppenbäumen” im LWL-Museum für Naturkunde. Dort können Besucher nicht nur die Ergebnisse der Grabungen bestaunen, sondern auch spektakuläre Fossilfunde aus ganz Nordrhein-Westfalen entdecken. Neben Dinosauriern gibt es Nachweise von frühen Säugetieren, dem ältesten Plesiosaurier, den ältesten vollständig erhaltenen Fluginsekten und dem größten Ammoniten der Welt. Einblicke in bunte Riffe, tropische Sumpfwälder und warme Flachmeere zeugen von längst vergangenen Lebensräumen. Interaktive Medienstationen und lebensechte Rekonstruktionen machen diese atemberaubende Vielfalt des Lebens erfahrbar.

Mehr unter: www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de

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