Hus-Haus Konstanz: 200 Jahre Gedenken an einen Reformator, der vor dem Konzil starb

In Konstanz erinnert seit mehr als 200 Jahren das Hus-Haus an den böhmischen Gelehrten und Reformator Jan Hus. Die Dauerausstellung „Mut zu denken, Mut zu glauben, Mut zu sterben” erzählt vom Leben, Werk und dem grausamen Tod eines Mannes, dessen Ideen die Kirchengeschichte prägten.

Ein Ketzer vor dem Konzil

Im Jahr 1415 fand in Konstanz eines der bedeutendsten Konzile der Kirchengeschichte statt. Johannes Hus, ein tschechischer Gelehrter, Theologe und Reformator aus Böhmen, war eingeladen worden, seine Lehre zu verteidigen. Doch statt eines fairenDialogs wurde er als Ketzer verurteilt. Am 6. Juli 1415 starb Jan Hus auf dem Scheiterhaufen – ein Martyrium, das bis heute nachwirkt und die Stadt Konstanz mit der tschechischen Geschichte untrennbar verbindet.

Mehr als zwei Jahrhunderte Erinnerung

Das Hus-Haus in Konstanz ist seit über 200 Jahren eine Gedenkstätte, die dem Reformator gewidmet ist. In der Dauerausstellung „Johannes Hus – Mut zu denken, Mut zu glauben, Mut zu sterben” wird das Leben und Wirken des Gelehrten ebenso lebendig wie sein Vermächtnis. Besucher können sich mit den Hintergründen seiner Kritik an den damaligen Kirchenverhältnissen, seinem mutigen Eintreten für seine Überzeugungen und den Folgen seines Todes auseinandersetzen.

Ein Haus, zwei Städte, eine Geschichte

Die Gedenkstätte hat eine besondere Eigentümerstruktur: Das Hus-Haus gehört der Hus-Museum-Gesellschaft in Prag, betrieben wird es jedoch von den Städtischen Museen Konstanz. So verbindet das Haus nicht nur Geschichte und Gegenwart, sondern auch zwei Länder und ihre gemeinsame Erinnerungskultur. Für alle, die sich für Reformationsgeschichte, das Konstanzer Konzil oder die frühe europäische Geistesgeschichte interessieren, ist das Hus-Haus ein Ort der Begegnung und des Nachdenkens.

Mehr unter: www.konstanz.de

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