Es ist eine der größten Fragen der Menschheit: Warum existiert überhaupt Materie? Eigentlich hätten sich Materie und Antimaterie kurz nach dem Urknall gegenseitig auslöschen müssen. Dass wir heute hier sind, verdanken wir womöglich einem winzigen, fast unsichtbaren Teilchen. Am 25. Februar 2026 erklärt der renommierte Physiker Stefan Schönert im Deutschen Museum, warum ausgerechnet das Neutrino die Antwort auf unseren Ursprung liefern könnte.
Im Rahmen der Reihe „Wissenschaft für jedermann“ gibt Prof. Dr. Stefan Schönert Einblicke in die Arbeit des Exzellenzclusters ORIGINS. Im Fokus steht dabei ein Teilchen, das uns jede Sekunde milliardenfach durchdringt, ohne dass wir es spüren: das Neutrino.
Die Geisterteilchen als Weltenretter
Neutrinos sind extrem leicht und treten kaum mit ihrer Umwelt in Kontakt. Doch gerade diese Zurückhaltung macht sie für die Forschung so wertvoll. Wissenschaftler vermuten, dass Neutrinos eine fundamentale Symmetrie der Natur verletzen könnten.
- Das Spiegelbild-Rätsel: Sind Neutrinos ihre eigenen Antiteilchen? Falls ja, könnte dies erklären, warum im frühen Universum ein winziger Überschuss an Materie überlebte – der Grundstoff für Sterne, Planeten und uns selbst.
- Symmetriebruch: Die Antwort auf diese Frage würde unser Verständnis der Naturgesetze grundlegend verändern.
Detektivarbeit unter dem Berg: Das LEGEND-Experiment
Theorien sind in der Physik nur so gut wie ihre experimentelle Bestätigung. Stefan Schönert nimmt das Publikum mit auf eine Reise zum Gran-Sasso-Labor in Italien. Tief unter massivem Fels, abgeschirmt von störender Strahlung aus dem All, suchen Forscher nach einer Nadel im Heuhaufen:
- Der neutrinolose Doppelbeta-Zerfall: Dies ist einer der seltensten Prozesse, die die Natur theoretisch bereithält. Ihn nachzuweisen, erfordert eine Präzision, die an die Grenzen des technisch Machbaren stößt.
- Internationale Spitzenforschung: Als europäischer Sprecher des LEGEND-Experiments koordiniert Schönert die Suche nach diesem Beweis, der die Brücke zwischen der Welt des Allerkleinsten und der Entstehung des gesamten Kosmos schlägt.
Über den Referenten
Prof. Dr. Stefan Schönert ist eine führende Kapazität in der internationalen Neutrino- und Astroteilchenphysik. Er ist maßgeblich an Experimenten wie GERDA, BOREXINO und Double Chooz beteiligt und lehrt an der TU München. Sein Vortrag entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster ORIGINS sowie der LMU und TU München.
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