Gemäldegalerie Berlin macht im 2. Weltkrieg zerstörte Kunstwerke wieder sichtbar

Glasnegativ des Werkes von Frans Hals (zugeschr.), Gastmahl im Freien, 1610/1624 Foto: Eva Gudermann

Die Gemäldegalerie Berlin macht erstmals fotografische Zeugnisse von im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kunstwerken umfassend öffentlich zugänglich. Es handelt sich dabei um rund 430 historische Aufnahmen von Gemälden, die 1945 bei Bränden im Flakbunker Friedrichshain verloren gingen. Nach der aufwändigen Digitalisierung der Glasnegative sind sie jetzt erstmal in hochauflösender Qualität online zugänglich.

Insgesamt rund 585 Werke hatte die Sammlung während des Krieges verloren. Ein Großteil davon befand sich im Flakbunker Friedrichshain. Zwei bis heute ungeklärte Brände nach Kriegsende zerstörten diese Werke. Unter den verlorenen Gemälden waren bedeutende Arbeiten europäischer Meister wie Caravaggio, Peter Paul Rubens, Paolo Veronese und Anthonis van Dyck.

Die Grundlage für die Rekonstruktion bilden großformatige Glasnegative. Der Fotograf Gustav Schwarz hatte die Aufnahmen zwischen 1925 und 1944 im Auftrag der Berliner Museen gemacht. Ursprünglich dienten sie Reproduktionszwecken, heute stellen sie ein einzigartiges visuelles Archiv der verlorenen Werke dar.

Während ein Teil der Sammlung 1945 rechtzeitig ausgelagert und gerettet werden konnte, wurden rund 430 Gemälde zurückgelassen und im Bunker zerstört. Die Glasnegative hingegen überstanden den Krieg weitgehend unbeschadet und wurden später im Bode-Museum aufbewahrt. Im Zuge der Wiedervereinigung der Berliner Sammlungen wurden sie zusammengeführt.

Mit der Digitalisierung und Veröffentlichung in den „Sammlungen-Online“ leistet die Gemäldegalerie einen wichtigen Beitrag zur Erforschung und Dokumentation kriegsbedingter Kunstverluste. Die Bilder ermöglichen es, zerstörte Meisterwerke zumindest visuell wieder erfahrbar zu machen und deren kunsthistorische Bedeutung zu bewahren.

Mehr unter: www.smb.museum

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Museum Angewandte Kunst | Grafik: Bureau Sandra Doeller

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