Wozu braucht ein Museum ein mobiles Aufnahmestudio? Das Museum für Hamburgische Geschichte setzt auf ein ganz besonderes Kooperationsprojekt: das Funkfahrrad. Das mobile Studio sammelt mitten in der Stadt die Geschichten der Menschen – und macht sie zum Teil der museumseigenen Sammlung.
Ein Fahrrad, ein Studio, viele Stimmen
Das sogenannte Funkfahrrad ist das Herzstück eines neuen Beteiligungsformats im Museum für Hamburgische Geschichte. Entwickelt wurde es von Jonas Wietelmann und Javi Acevedo als mobiles Aufnahmestudio auf zwei Rädern. Damit bricht das Museum aus seinen Räumen aus und trifft die Hamburger Stadtgesellschaft dort, wo sie sich aufhält: im öffentlichen Raum. Das Funkfahrrad fungiert als rollender Treffpunkt, der Menschen einlädt, ihre persönlichen Erfahrungen, Erinnerungen und Perspektiven auf die Stadt zu teilen.
„Mein Hamburg!”: Geschichten statt Exponate
Im Rahmen des Projekts „Mein Hamburg!” setzt das Museum auf direkte Partizipation. An mobilen Stationen in der Stadt sowie über digitale Beteiligungsformate können Hamburgerinnen und Hamburger ihre eigenen Lebenswirklichkeiten erzählen. Es geht nicht um die große Historie aus Büchern, sondern um die kleinen, persönlichen Geschichten, die das Stadtbild erst lebendig machen. Vielfalt, Alltag und subjektive Blicke stehen im Mittelpunkt – und werden so für alle sichtbar gemacht.
Von der Straße in die Sammlung
Besonders innovativ ist die langfristige Perspektive des Projekts: Nicht wenige der gesammelten Erzählungen werden dauerhaft Teil der museumseigenen Sammlungen und zukünftiger Ausstellungen. Während das Haus sich baulich und inhaltlich modernisiert, entsteht so schon jetzt ein neuer, partizipativer Blick auf Hamburg. Das Museum wird damit nicht nur zum Aufbewahrungsort der Vergangenheit, sondern aktiv zum Sammelbecken gegenwärtiger Stadtgeschichte – erzählt von den Menschen, die sie täglich erleben.
Mehr unter: www.shmh.de





