Fossilien aus dem Fels: Wie eine Dinosaurier-Grabung wirklich funktioniert

Die zweite Folge der Kurzdoku zur Grabungsstätte Balve zeigt, was hinter dem Spatenstich steckt – und warum auch winzige Knochensplitter die Wissenschaft begeistern.

Im Gelände: Werkzeuge, Geduld und geschulte Augen

Wie sieht paläontologische Grabungsarbeit im Alltag aus? Mit welchen Werkzeugen arbeiten die Teams? Und woran erkennt man überhaupt, ob ein Gesteinsbruchstück ein Fossil enthält? Die zweite Folge der fünfteiligen Kurzdoku des LWL-Museums für Naturkunde beantwortet diese Fragen direkt vor Ort – an der Grabungsstätte bei Balve im Sauerland.

125 Millionen Jahre alte Sedimente: Selten in ganz Europa

Die Grabung in Balve ist wissenschaftlich außergewöhnlich. Freigelegt werden Ablagerungen aus der frühen Kreidezeit – rund 125 Millionen Jahre alte Sedimente, die in dieser Qualität und Erhaltung in ganz Europa selten sind. Sie liefern wichtige Einblicke in das Leben an Land während einer Epoche, über die noch vieles ungeklärt ist.

Nicht nur Dinosaurier: Ein ganzes Ökosystem im Blick

Viele Fossilien der Fundstelle sind winzig – wenige Millimeter groß, oft zersplittert, auf den ersten Blick kaum als Knochen zu erkennen. Gerade diese kleinen Überreste von Amphibien, frühen Säugetieren und anderen Tieren, die zeitgleich mit den Dinosauriern lebten, sind für die Forschung besonders wertvoll. Denn das eigentliche Ziel der Grabung ist nicht allein der Dinosaurierfund – es ist die Rekonstruktion eines möglichst vollständigen Bildes der damaligen Lebenswelt.

Teil der großen Landesausstellung in Münster

Die Kurzdoku ist Bestandteil der Ausstellung „überLeben – zwischen Dinos und Schuppenbäumen” im LWL-Museum für Naturkunde in Münster. Dort sind nicht nur die Grabungsergebnisse aus Balve zu sehen, sondern auch Weltrekord-Fossilien aus ganz NRW – vom ältesten Plesiosaurier über die ältesten vollständig erhaltenen Fluginsekten bis zum größten Ammoniten der Welt. Interaktive Medienstationen und lebensechte Rekonstruktionen machen die versunkenen Welten erfahrbar.

Redaktion: Frithjof Malte Leopold, Lisa Wong
Regie & Kamera: Christoph Steinweg
Interview: Friederike Ehn
Schnitt: Anton Louis Blattner, Christoph Steinweg
Color Grading: Anton Louis Blattner

Mehr unter: www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de

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