Faszination Papier: Ralph Gleis lüftet die Geheimnisse der ALBERTINA

Was passiert, wenn man eine der größten Papiersammlungen der Welt – rund 1,3 Millionen Werke stark – mit der Neugier eines Entdeckers durchforstet? Der neue Generaldirektor der ALBERTINA, Ralph Gleis, hat genau das getan. Das Ergebnis ist die Ausstellung „Faszination Papier“, die den Bogen von Rembrandt bis Anselm Kiefer spannt.

Anstatt einer rein chronologischen Hängung folgt die Schau den elementaren Fragen: Was ist das größte Werk? Was das kurioseste? Gemeinsam mit drei Kuratorinnen, deren Expertise vom 15. Jahrhundert bis heute reicht, wurden Schätze gehoben, die teilweise seit Jahrzehnten im Verborgenen schlummerten.

Ein neuer Blick auf 1,3 Millionen Objekte

Ralph Gleis setzt auf einen unmittelbaren Zugang zur Kunst. Die Ausstellung macht die Materialität des Papiers greifbar und bricht mit klassischen Museumskonventionen:

  • Vom Winzigen zum Gigantischen: Die Schau präsentiert Extreme – von kleinsten, filigranen Skizzen bis hin zu monumentalen Werken, die das Material Papier an seine physikalischen Grenzen treiben.
  • Papier zum Anfassen: Ein besonderes Highlight ist die Unmittelbarkeit der Präsentation. In ausgewählten Bereichen wird das Material für die Besucher „zum Anfassen nah“ erlebbar gemacht, um die Haptik und Struktur von 600 Jahren Kunstgeschichte spürbar zu machen.
  • Kuriose Fundstücke: Neben Ikonen wie Rembrandt werden auch Objekte gezeigt, die man in einer Kunstsammlung nicht sofort vermutet – von technischer Präzision bis hin zu spielerischen Alltagsgegenständen aus Papier.

Drei Expertinnen – Eine Vision

Unter der Leitung von Ralph Gleis haben drei Kuratorinnen die Bestände gesichtet und in einen Dialog gebracht:

  1. Die Klassik: Einblicke in die Epochen von Rembrandt und den alten Meistern.
  2. Der Aufbruch: Papier als Experimentierfeld der Moderne.
  3. Die Gegenwart: Zeitgenössische Positionen wie Anselm Kiefer, die Papier als kraftvolles, fast skulpturales Medium nutzen.

Warum Papier?

Papier ist geduldig, aber auch extrem wandlungsfähig. Die Ausstellung zeigt, dass es nicht nur Bildträger ist, sondern ein eigenständiges künstlerisches Element, das Licht schluckt, Schatten wirft und Texturen erzeugt, die kein anderes Material bietet.

Mehr unter: albertina.at

Museumskalender

Bild mit der Aufschrift "Museumsnachrichten". Link zu den Nachrichtentexten auf museumsfernsehen.de

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