In der Sammlung des Museums für Hamburgische Geschichte (MHG) verbirgt sich ein akustischer Schatz: das Fleischer-Cembalo aus dem Jahr 1716. Das Instrument ist weit mehr als ein bloßes Museumsobjekt – es ist ein lebendiges Zeugnis Hamburger Handwerkskunst. Michael Fuerst erklärt, warum dieses Cembalo regelmäßig bespielt werden muss, um seinen historischen Klang für die Nachwelt zu erhalten.
Das Fleischer-Cembalo von 1716 gehört zu den wertvollsten Stücken in der Musikinstrumentensammlung des Museums für Hamburgische Geschichte. Gefertigt von der berühmten Hamburger Instrumentenbauer-Familie Fleischer, besticht es durch seine prachtvolle Optik und die filigrane Technik des frühen 18. Jahrhunderts.
Konservierung durch Klang
Ein besonderes Merkmal bei der Bewahrung historischer Musikinstrumente ist die akustische Konservierung. Im Gegensatz zu Gemälden oder Skulpturen, die durch Ruhe geschont werden, „sterben“ Tasteninstrumente wie das Cembalo, wenn sie über Jahrzehnte verstummen.
Der Experte Michael Fuerst betont in seinem Bericht die Notwendigkeit des Spielens:
- Spannung halten: Die Saiten und der Korpus müssen unter Spannung bleiben und „schwingen“, damit das Holz seine Resonanzfähigkeit nicht verliert.
- Mechanik pflegen: Regelmäßiges Spielen verhindert, dass die feine Mechanik der Kiele und Springer verharzt oder unbeweglich wird.
- Klangidentität: Nur durch das Klingen bleibt die spezifische Hamburger Klangcharakteristik des Barock erlebbar.
Ein Fenster in das barocke Hamburg
Das Instrument steht stellvertretend für die Blütezeit der Musikstadt Hamburg. Wenn Michael Fuerst die Tasten des Fleischer-Cembalos drückt, wird die Geschichte hörbar. Das Museum verfolgt damit einen modernen Ansatz der lebendigen Vermittlung: Geschichte wird nicht nur ausgestellt, sondern in ihrer ursprünglichen Funktion – dem Klingen – bewahrt.
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