Digitale Community als Museums-Motor: Ein Dankeschön aus dem Depot des Deutschen Panzermuseums

In Zeiten von hitzigen Social-Media-Debatten zeigt das Deutsche Panzermuseum Munster, wie digitale Kanäle die reale Museumsarbeit bereichern können. In seiner aktuellen Videobotschaft bedankt sich Museumsdirektor Ralf Raths bei der Community für außergewöhnliche Unterstützung und zeigt auf, wie aus Online-Interaktion handfeste Forschungsgrundlagen werden.

Gedreht im sonst unzugänglichen Depot des Museums, vor der imposanten Kulisse einer M44 Panzerhaubitze, steht in diesem Beitrag ausnahmsweise nicht die Technik im Vordergrund, sondern der Mensch. Direktor Ralf Raths nutzt das Format, um drei konkrete Beispiele für die enge Verzahnung zwischen dem Museum und seinen digitalen Followern zu präsentieren.

Von obskuren Fachbüchern bis zum Original-Exponat

Die Bandbreite der Unterstützung ist beachtlich. So führte die Erwähnung seltener Fachliteratur über Tarnanstriche aus den 1970er-Jahren dazu, dass binnen kürzester Zeit gleich mehrere Exemplare dieser antiquarisch kaum zu findenden Werke gespendet wurden. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei der Vorstellung des „Objekts des Monats“: Nachdem das Museum transparent gemacht hatte, nur über eine Replik eines historischen Pervitin-Döschens zu verfügen, meldeten sich Privatpersonen, um dem Haus Originalfunde von Dachböden für die Sammlung zu überlassen.

„Wie cool ist das bitte?“, kommentiert Raths die Dynamik. Besonders wertvoll für die langfristige Forschung ist zudem die Resonanz auf den Nachruf des Panzeringenieurs Roy Filmis. Zeitgenossen und ehemalige Kollegen aus der Bundeswehr und der Industrie boten daraufhin an, ihre privaten beruflichen Unterlagen dem Museum zu vermachen, um sie für die Nachwelt zu sichern.

Das Internet als Werkzeug für Wissensaustausch

Für das Deutsche Panzermuseum ist die Präsenz auf Plattformen wie YouTube mehr als nur Öffentlichkeitsarbeit. Ralf Raths sieht darin eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen Ideale des Internets: Vernetzung, Kommunikation und Wissensaustausch. Der mediale Kontakt stärke das Vertrauen der Bürger in die Institution und ermögliche es dem Museum, seinen Kernaufgaben – dem Sammeln, Bewahren und Erforschen von Kulturgut – besser nachzukommen.

Das Beispiel zeigt deutlich: Wenn Museen den digitalen Dialog ernst nehmen, entsteht ein „Echtzeit-Kuratorium“, das weit über die Grenzen des Ausstellungsraums hinausreicht und die Institution nachhaltig stärkt.

Mehr unter: daspanzermuseum.de

Museumskalender

Bild mit der Aufschrift "Museumsnachrichten". Link zu den Nachrichtentexten auf museumsfernsehen.de

Newsletter