Im Ägypten des Neuen Reiches (ca. 1500–1070 v. Chr.) schien die Zeit der Pyramiden eigentlich vorbei. Während die Pharaonen längst zur Felsgrabanlage im Tal der Könige übergegangen waren und ihre monumentalen Tempel getrennt von ihren Gräbern errichten ließen, hielt eine gesellschaftliche Gruppe überraschend an der ikonischen Bauform fest: die hohen Beamten.
Im Vortrag „Die Pyramide des kleinen Mannes“ zeigt die Ägyptologin Sonia Focke, wie sich diese funktionsreichen Mini-Pyramiden in den Privatgräbern der Elite etablierten. Sie erklärt, weshalb die Grabarchitektur der Würdenträger bewusst auf königliche Traditionen zurückgriff – und wie diese Pyramiden im Alltag des Totenkults genutzt wurden.
Die Zuhörerinnen und Zuhörer erhalten spannende Einblicke in die kreative Adaptation einer königlichen Bauform, die im Schatten der großen Monumente oft übersehen wird, aber viel über soziale Hierarchien, religiöse Vorstellungen und architektonische Innovationen jener Zeit verrät.
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