Das Leuchten des Südens: Friedrich Nerly in der Kunsthalle Bremen

Nach über 150 Jahren im Verborgenen kehrt ein Meisterwerk ans Licht: Die Kunsthalle Bremen feiert ab dem 14. März 2026 eine doppelte Premiere für den großen deutschen Romantiker Friedrich Nerly. Im Zentrum steht ein spektakulär restauriertes Hauptwerk, das die Fachwelt jahrzehntelang nur aus den Inventarlisten kannte.

Friedrich Nerly (1807–1878) und Bremen – das ist eine Verbindung von Weltrang. Die Kunsthalle beherbergt mit über 550 Werken fast die Hälfte seines gesamten Nachlasses. Dennoch war eines seiner wichtigsten Bilder, die „Campagnalandschaft mit Aqua Claudia“, seit Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Seit 1954 im Museumsbesitz, verhinderte der schlechte Zustand jede Präsentation – bis jetzt.

Die Auferstehung der Aqua Claudia

Ein Jahr lang arbeiteten Restauratoren daran, die verblassten Farben und die Tiefe der römischen Landschaft zurückzugewinnen. Das Ergebnis bildet nun das Herzstück der Ausstellung „Natur und Antike. Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom“.

  • Fokus Rom: Die Schau beleuchtet die entscheidenden Lehrjahre Nerlys (1829–1835).
  • Meister des Lichts: Zu sehen sind bisher unbekannte Meisterwerke, die zeigen, wie präzise Nerly die antike Architektur mit der wilden Natur der Campagna verwob.

Von der Ewigen Stadt in die Lagune

Wer Nerly sagt, muss auch Venedig sagen. Zeitgleich zur großen Schau im Hauptraum präsentiert das Kupferstichkabinett die Begleitausstellung „Nerly in Venedig. Von Gondeln und Palästen“ (14. März bis 5. Juli 2026). Während die Rom-Ausstellung den Blick auf die monumentale Antike lenkt, widmet sich der zweite Teil seinem späteren Schaffen in der Lagunenstadt. Hier finden sich jene atmosphärischen Ansichten, die Nerly zu einem der gefragtesten Künstler seiner Zeit machten.

Ein Pionier der Romantik-Forschung

Die Kunsthalle Bremen setzt mit diesem Doppel-Projekt eine lange Tradition fort: Schon 1957 kuratierte das Haus die weltweit erste Einzelausstellung Nerlys. Mit der aktuellen Präsentation und der Erschließung neuer Hauptwerke unterstreicht Bremen seinen Status als wichtigstes Forschungszentrum für diesen Ausnahmekünstler.

Kuratorin: Dr. Dorothee Hansen

Mehr unter: www.kunsthalle-bremen.de

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