Friedrichshagen gilt bis heute als beliebter Wohnort im Grünen. Direkt am Müggelsee gelegen und zugleich mit guter Verbindung zur Berliner Innenstadt, verbindet der Ort Natur, Geschichte und urbanes Leben. Doch was macht Friedrichshagen so besonders – und welche Spuren hat die DDR-Zeit hinterlassen?
In der neuen Folge der Filmreihe „Orte Ost“ des DDR Museum führt der Historiker Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk durch Friedrichshagen und erzählt von einem Ort, dessen Geschichte bis in die Gegenwart nachwirkt.
Friedrichshagen und der Müggelsee
Bereits seit dem 19. Jahrhundert steht Friedrichshagen für das Wohnen und Leben im grünen Umland Berlins. Gründerzeitbauten, der Müggelsee und die Nähe zur Hauptstadt prägen das Ortsbild ebenso wie das Selbstverständnis der Friedrichshagener*innen.
Der besondere Charakter des Ortsteils zeigt sich dabei nicht nur in seiner Architektur. Auch die Lage am Wasser und die umliegenden Ausflugsziele machten Friedrichshagen schon früh zu einem beliebten Ziel für Berlinerinnen und Berliner.
Friedrichshagen in der DDR
Auch in der DDR blieb Friedrichshagen ein begehrter Wohnort. Künstlerinnen und Schriftstellerinnen lebten hier ebenso wie hochrangige SED-Funktionär*innen. Eine besondere Rolle spielte die Bölschestraße. Private Geschäfte und das vergleichsweise lebendige Geschäftsleben machten sie zu einem wichtigen Treffpunkt und zogen Besucher*innen aus anderen Teilen Ost-Berlins an. Über den Spreetunnel waren zudem beliebte Ausflugsziele wie die Gaststätte Rübezahl und der Müggelturm erreichbar.
Was hat sich nach 1989 verändert?
Mit dem Ende der DDR veränderte sich auch Friedrichshagen. Eigentumsverhältnisse wandelten sich, neue Wohnhäuser entstanden und die Nachfrage nach Immobilien in der attraktiven Lage am Müggelsee nahm zu. Heute gehört das Wohnen am Müggelsee zu den gefragten und hochpreisigen Wohnlagen Berlins. Die Entwicklung wirft zugleich Fragen nach der Zukunft des Ortsteils auf: Wie verändert steigende Nachfrage den Charakter eines historisch gewachsenen Viertels? Und für wen bleibt das Leben am Müggelsee bezahlbar?
Wem gehört Friedrichshagen in Zukunft?
Die Folge von „Orte Ost“ verbindet historische Spurensuche mit aktuellen Entwicklungen. Friedrichshagen wird dabei nicht nur als idyllischer Wohnort betrachtet, sondern als ein Ort, an dem sich gesellschaftliche Veränderungen besonders deutlich ablesen lassen. Die Frage, wem dieser Ort in Zukunft gehört, führt damit weit über Friedrichshagen hinaus. Sie berührt Fragen nach Wohnen, Eigentum, sozialer Veränderung und dem Umgang mit historischen Orten.
„Orte Ost“: DDR-Geschichte vor Ort
„Orte Ost“ ist eine Filmreihe des DDR Museum, die sich mit ostdeutschen Schauplätzen, Themen und Ereignissen beschäftigt, deren Geschichte bis heute nachwirkt. Historiker Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk führt durch „Lost Places“, Erinnerungsorte und Orte des Wandels. Dabei verbindet er historische Einordnung mit aktuellen Entwicklungen und persönlichen Erinnerungen. Die regelmäßig erscheinende Reihe führt direkt zu den jeweiligen Schauplätzen und macht DDR-Geschichte anhand konkreter Orte anschaulich.
Zwischen Vergangenheit und Zukunft
Mit Friedrichshagen nimmt „Orte Ost“ einen Ort in den Blick, an dem sich DDR-Geschichte, Berliner Stadtgeschichte und aktuelle Fragen des Wohnens miteinander verbinden.
Die Folge lädt dazu ein, Friedrichshagen mit einem neuen Blick zu entdecken – zwischen Müggelsee und Bölschestraße, zwischen historischen Erinnerungen und den Veränderungen der Gegenwart.
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