Pop Art in Basel: Kunstmuseum zeigt Roy Lichtenstein – dank großzügiger Schenkung aus New York

Rund fünfzig Druckgrafiken, viele davon erstmals öffentlich zu sehen: Das Kunstmuseum Basel präsentiert mit „Sweet Dreams, Baby!” eine umfassende Werkschau der Pop-Art-Legende Roy Lichtenstein – und wird damit zu einer der wichtigsten Lichtenstein-Sammlungen außerhalb der USA.

Eine Schenkung macht Geschichte

Der Anlass für die Ausstellung ist außergewöhnlich: Die Roy Lichtenstein Foundation schenkte dem Kunstmuseum Basel anlässlich des 100. Geburtstags des Künstlers im Jahr 2023 insgesamt 33 Druckgrafiken – ein Geschenk, das die Bestände im Kupferstichkabinett zu einer der bedeutendsten Lichtenstein-Sammlungen weltweit außerhalb der USA macht. Dieselbe Initiative beschenkte auch die Albertina in Wien und das British Museum in London, womit drei europäische Referenzsammlungen entstanden. Kuratorin Fabienne Ruppen gibt nun Einblick in die Ausstellung, die diese Schenkung erstmals dem Basler Publikum vorstellt.

Vom Comic zur Kunst: Lichtensteins Bildsprache

Roy Lichtenstein (1923–1997) zählt zu den prägendsten Figuren der Pop Art. Mit Humor und Ironie überführte er die Bildwelt von Konsumgütern, Werbebroschüren und Comics in die bildende Kunst. Vergrößerte Ausschnitte, leuchtende Primärfarben und die charakteristischen Rasterpunkte – die sogenannten Ben-Day dots – wurden zu seinen unverwechselbaren Markenzeichen. Als seine ersten Druckgrafiken in Comic-Ästhetik als günstige Poster und Einladungskarten für Ausstellungen in der New Yorker Galerie von Leo Castelli erschienen, reagierte die Kunstszene zunächst mit Befremden. Doch genau die vertraute Bildsprache der neuen Kunstform sprach ein breites Publikum an und machte Lichtenstein schnell weithin bekannt.

Fünf Jahrzehnte druckgrafisches Schaffen

„Sweet Dreams, Baby!” im Neubau des Kunstmuseums Basel gewährt einen repräsentativen Überblick über Lichtensteins druckgrafisches Werk, das sich über mehr als fünf Jahrzehnte erstreckt. Zu sehen sind frühe Experimente aus den späten 1940er und frühen 1950er Jahren ebenso wie technisch hochkomplexe Spätwerke. Besonders eindrücklich ist das Werk „Portrait” (1989): Es ist das Ergebnis eines 18-stufigen Druckvorgangs, der vier verschiedene Techniken kombiniert – Lithografie, Holzschnitt, Siebdruck und einen eigens entwickelten Wachsdruck. Die Bandbreite der ausgestellten Werke reicht von bedruckten Papptellern („Paper Plates”, 1969) über eine eigenwillige Neuinterpretation von Van Goghs „Sämann” (1985) bis hin zur monumentalen Tapete „Wallpaper with Blue Floor Interior” (1992).

Gemälde als Sahnehäubchen

Ergänzt wird die Druckgrafikschau durch zwei bedeutende Gemälde aus dem Bestand des Kunstmuseums: „Hopeless” (1963) und „Mirror #2″ (1970), beide als Dauerleihgaben im Haus. Hinzu kommt eine Privatleihgabe mit „Entablature VI” (1976). Die Ausstellung ist bis zum 14. März 2027 im Neubau des Kunstmuseums Basel zu sehen.

Mehr unter: kunstmuseumbasel.ch

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