„Das ist ein Kindheitstraum”: Was die Grabungsmitarbeiter*innen in Balve begeistert

Matsch unter den Fingernägeln, nasse Kleidung und Dinosaurierknochen, die seit Millionen Jahren kein Mensch gesehen hat – die Grabungsstätte in Balve ist harte Arbeit, aber auch ein Abenteuer. Wir haben die Grabungsmitarbeiter*innen gefragt, was sie persönlich an der Ausgrabung so fasziniert. Ihre Antworten zeigen: Es geht um viel mehr als nur um Fossilien.

„Einfach im Matsch rummachen”: Das Abenteuer zählt

Für viele ist es genau dieses Gefühl, das den Reiz ausmacht: draußen zu sein, im Matsch zu wühlen, nass zu werden und durch Höhlen zu kraxeln. „Das macht einfach Spaß”, sagt Grabungshelfer Florian Hirsch „Das ist, glaube ich eher so, dieses Erlebnis, was mir persönlich ganz, ganz viel gibt, als dass ich jetzt sage, ich muss jetzt den größten Knochen finden.” Die Grabung bietet eine Erfahrung, die sich grundlegend von Büroalltag oder Universität unterscheidet: Man bleibt nicht sauber, man kommt unter die Erde – und darf als Erwachsener einfach wieder spielen.

Für die Grabungsmitarbeiter*innen ein Traumjob

„Das ist halt ein Kindheitstraum von wahrscheinlich jedem Kind”, erzählt der technische Grabungsleiter Jerome Gores. Und dieser Traum wird hier wahr: drei Monate im Freien verbringen, um Dinosaurier auszubuddeln. „Ich freue mich das ganze Jahr schon wieder drauf.” Die Begeisterung ist greifbar. Wer hier arbeitet, tut es nicht nur aus beruflichem Interesse, sondern aus tiefer, persönlicher Leidenschaft für die Urzeit.

Gemeinschaft rund um die Uhr

Was die Grabung in Balve besonders macht, ist das Miteinander. „Man ist jedes Jahr mit einer neuen Gruppe zusammen und macht einfach super viele Connections in andere Städte und knüpft auch Freundschaften fürs Leben”, erzählt Grabungshelferin Maria Fetter. Anders als in der Schule, an der Uni oder im Job geht man hier nicht einfach acht Stunden hin und fährt nach Hause. „Man ist eben halt Tag und Nacht 24 Stunden mit den Menschen hier zusammen.”, ergänzt ihre Kollegin Nadine de Klein. Das schafft ein besonderes Band: Man lebt, isst, arbeitet und entspannt gemeinsam. „Wir verstehen uns alle gut und wir helfen uns alle gegenseitig.”

Die Magie des Ersten Blicks

Ein Moment, der die Mitarbeiter immer wieder begeistert: der erste Blick auf einen Fund. „Wenn man etwas findet, ist man die erste Person, die das sieht, seit Millionen von Jahren”, beschreibt Maria Fetter das Gefühl. Inmitten einer Gruppe Gleichgesinnter, “mit denen man den ganzen Tag über Dinosaurier reden kann”, werde diese Entdeckung zu einem einzigartigen Erlebnis, sagt Marvin Tuppek und sein Kollege Mike Schimpf ergänzt.: „Man lernt halt einen Haufen netter Leute kennen, die man so nie gesehen hätte”. „Man nimmt diese Erfahrung mit.”

Mehr unter: www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de

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