Im Museum für Gegenwartskunst Siegen treten drei Künstlergenerationen in einen überraschenden Dialog. Die Ausstellung „Das soziale Leben der Dinge” zeigt, wie Nina Beier, David Hammons und Zoe Leonard aus Alltagsgegenständen große Geschichten machen – und uns das Vertraute plötzlich fremd erscheinen lassen.
Vom Objekt zur Botschaft: Was Waschbecken erzählen
Matratzen, Waschbecken, Kaffeebecher, Wächterlöwen oder Puppen – Gegenstände, die wir täglich um uns herum sehen, ohne sie bewusst wahrzunehmen. Genau hier setzen Nina Beier (*1975, Kopenhagen), David Hammons (*1943, New York) und Zoe Leonard (*1961, New York) an. In Installationen, Skulpturen, Fotografien und Videos nehmen die drei Künstler*innen scheinbar Banales zum Ausgangspunkt und entlarven dabei soziale Erfahrungen und kulturelle Deutungsmuster, die tief in unserem Alltag verwurzelt sind.
Drei Generationen, ein gemeinsames Interesse
Trotz unterschiedlicher kultureller Hintergründe und künstlerischer Ansätze verbindet Beier, Hammons und Leonard ein zentrales Anliegen: Durch die Gegenüberstellung ausgewählter Objekte schaffen sie Momente der Wiedererkennung – und erzeugen zugleich eine produktive Verunsicherung. Das scheinbar Bekannte wird neu gesehen, hinterfragt und in seinen gesellschaftlichen Kontext gestellt. Der generationsübergreifende Dialog zwischen der dänischen und den beiden US-amerikanischen Positionen eröffnet dabei frische Perspektiven auf Dinge, die wir für selbstverständlich halten.
Zehn Räume, drei Jahrzehnte Kunst
Die Ausstellung spannt einen weiten Bogen: In zehn Räumen werden zahlreiche Schlüsselwerke von den 1990er Jahren bis in die Gegenwart präsentiert. Das Spektrum reicht von frühen Arbeiten David Hammons’ bis zu aktuellen Positionen Nina Beiers. Kurator Thomas Thiel und Assistenzkuratorin Jessica Schiefer haben die Schau so konzipiert, dass die Werke nicht nur nebeneinanderstehen, sondern miteinander ins Gespräch kommen – überraschend, irritierend und bereichernd zugleich.
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