Zwischen Fotografie und Transformation: Shirana Shahbazi im Kunstmuseum Luzern

Die Zürcher Künstlerin Shirana Shahbazi erweitert das Medium Fotografie durch vielschichtige Prozesse – und bespielt gleich zwei Orte gleichzeitig: das Kunstmuseum Luzern und das verhüllte Grossmünster.

Ein Bild als Ausgangspunkt – und was daraus wird

Shirana Shahbazi, 1974 geboren und in Zürich lebend, macht Fotografie zu etwas, das über sich selbst hinausweist. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten ist häufig ein einzelnes Bild, das sie in einem vielschichtigen Prozess transformiert, überlagert und weiterentwickelt – durch unterschiedlichste Techniken und Verfahren, die das Medium kontinuierlich neu befragen.

„All at Once”: Ein Dialog mit Li Tavor

Im Kunstmuseum Luzern zeigt Shahbazi ihre Werke derzeit in der Ausstellung „All at Once. An Interplay with Li Tavor”. Die Schau bringt ihre Arbeiten in einen produktiven Dialog mit denen von Li Tavor – zwei künstlerische Positionen, die sich gegenseitig kommentieren, ergänzen und reiben. Das Zusammenspiel macht sichtbar, wie unterschiedlich Bilder entstehen, zirkulieren und sich verändern können.

Das Grossmünster als temporäre Leinwand

Parallel zur Ausstellung im Museum bespielt Shahbazi mit einer temporären Installation das Baugerüst des Zürcher Grossmünsters, das im Zuge einer umfassenden Sanierung verhüllt ist. Die Fassadenabdeckung wird zur Bildfläche – Kunst im öffentlichen Raum, die den Ausnahmezustand der Baustelle in eine künstlerische Situation verwandelt.

Fotografie als offenes Verfahren

Shahbazis Praxis steht für ein Verständnis von Fotografie, das weit über den Auslösermoment hinausgeht. Ihre Arbeiten fragen, was ein Bild ist, was es werden kann – und was zwischen Aufnahme, Bearbeitung und Präsentation geschieht. Die Kunst der Überlagerung ist dabei nicht nur Methode, sondern Haltung.

Produktion: arttv.ch

Mehr unter: www.kunstmuseumluzern.ch

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