Spiele im Museum – Serious Fun: Warum Games und Museum perfekt zusammenpassen

Spiele im Museum sind kein Luxus großer Häuser – es ist ein Vermittlungsinstrument für alle. Michael Geithner von Playing History erklärt, worauf es ankommt.

Spiele gehören zu den wirkungsvollsten Vermittlungsinstrumenten überhaupt – davon ist Michael Geithner von der Playing History GmbH Berlin überzeugt. In Museen entfalten sie ein besonders großes Potenzial: Sie aktivieren Besucherinnen und Besucher, regen Kommunikation an, können Spaß machen und zum Nachdenken bringen – und das an ganz unterschiedlichen Orten: in der Ausstellung, im Museumsshop, in der Bildungsarbeit an Schulen.

„Die Vielfalt der Möglichkeiten im Museum ist so groß wie eigentlich nirgendwo anders”, sagt Geithner. Und entgegen einer weit verbreiteten Annahme ist Spieleentwicklung kein Privileg großer Häuser. „Am Ende sitzen wir alle gemeinsam im Boot, egal wie groß das ist.” Entscheidend sei nicht die Größe der Institution, sondern die Klarheit der Botschaft – und die Bereitschaft, Drittmittel zu akquirieren.

Die richtigen Fragen zuerst

Wer ein Museumsspiel entwickeln will, steht zunächst vor einer Wand aus Inhalten. Geithner empfiehlt, zuerst die grundlegenden Fragen zu klären: Was soll erzählt werden? Für wen? Wie lang darf das Spiel dauern – drei bis vier Minuten für eine Ausstellungsinstallation, zehn bis fünfzehn für den Schulunterricht? Welche Spielvorerfahrung bringen die Zielgruppen mit?

Sind diese Fragen beantwortet, folgt die Einladung zum Spielen: Das Spiel muss von sich aus zum Ausprobieren verlocken – nicht unbedingt durch das Wort „Spiel”, sondern durch einen klaren, niedrigschwelligen Call to Action. Eine Tür vor einer Vitrine, ein einfacher „Spiel starten”-Button – die erste Interaktion ist der entscheidende Schritt in den Spielflow.

Inklusion von Anfang an

Ein zentrales Prinzip, das Geithner betont: Inklusion ist kein nachträgliches Feature, sondern muss von Beginn an mitgedacht werden. Wer erst spät im Entwicklungsprozess an eingeschränkte Spielende denkt, muss Konzepte verwerfen und von vorn beginnen. Wer Inklusion von Anfang an einplant, macht den Prozess kaum aufwändiger – aber zielgerichteter und das Ergebnis besser.

Mehr unter: mai-tagung.lvr.de

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