Murten, ausgeschlachtet: Ein historisches Panorama kehrt ins Museum zurück

Ein Sieg, ein Riesenbild, eine bewegte Geschichte: Das Panorama der Schlacht bei Murten – 100 Meter lang, 10 Meter hoch – ist nach über zwei Jahrzehnten im Verborgenen neu zu entdecken.

Es war einer der folgenreichsten Siege der Eidgenossenschaft: Am 22. Juni 1476 – heute vor genau 550 Jahren – schlugen die Eidgenossen und ihre Verbündeten bei Murten die Truppen des burgundischen Herzogs Karl des Kühnen vernichtend. Die Schlacht veränderte die Machtverhältnisse in Europa. Und sie wurde, rund 400 Jahre später, zum Stoff für eines der spektakulärsten Schaustücke der Schweizer Kulturgeschichte.

Die Zürcher Panoramagesellschaft ließ ein monumentales Panorama der Murtenschlacht schaffen. Es war 100 Meter lang, 10 Meter hoch, ein Bilderspektakel. Das Format des Panoramas, das im 19. Jahrhundert eine der beliebtesten Formen populärer Unterhaltung und Geschichtsvermittlung war, entfaltete hier seine ganze Wirkung. Es bot totale Immersion in eine längst vergangene, aber bildgewaltig inszenierte Vergangenheit.

Eine zweite große Bühne erhielt das Werk im Jahr 2002, als es zur Landesausstellung Expo.02 in einem eigens errichteten Kubus auf dem Murtensee neu in Szene gesetzt wurde. Dann verschwand es für über zwei Jahrzehnte aus der Öffentlichkeit.

Nun ist das Panorama zurück. In neuer Form ist es jetzt im Museum neu zu entdecken. Die Ausstellung “Murten, ausgeschlachtet” fragt dabei nicht nur nach der historischen Schlacht, sondern auch nach ihrer Inszenierung. Wie entsteht kollektive Erinnerung? Wer bestimmt, was ein nationales Ereignis bedeutet? Und wie wird es in Szene gesetzt?

Mehr unter: bhm.ch/murten

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