Der Schweizer Künstler Raphael Hefti wird mit dem Paul Boesch Kunstpreis 2026 ausgezeichnet. Der mit 50.000 Schweizer Franken dotierte Preis zählt zu den bedeutendsten Förderauszeichnungen für zeitgenössische Kunst in der Schweiz. Die Verleihung findet am 25. August 2026 im Kunstmuseum Bern statt.
Hefti gilt als einer der international profiliertesten Künstler seiner Generation. Im Zentrum seiner Arbeit steht die experimentelle Auseinandersetzung mit industriellen Materialien und Produktionsprozessen. In enger Zusammenarbeit mit spezialisierten Betrieben greift er gezielt in Herstellungsverfahren ein, überdehnt Materialien, manipuliert chemische Abläufe oder verändert industrielle Prozesse. So entstehen Werke, die zwischen Präzision und Zufall oszillieren und Fragen nach Kontrolle, Materialität und verborgenen Strukturen aufwerfen.
Nach einer Ausbildung zum Elektroniker wandte sich Hefti der Kunst zu und studierte unter anderem an der ECAL in Lausanne sowie an der Slade School of Fine Art in London. Seine künstlerische Laufbahn führte ihn von frühen Projekten im Kunsthaus Glarus über internationale Institutionen wie das Camden Art Centre und das Museum Boijmans Van Beuningen bis hin zu einer umfassenden Werkschau in der Kunsthalle Basel.
Der Paul Boesch Kunstpreis, vergeben von der Paul Boesch Stiftung, wird seit 2016 jährlich verliehen und ist mit dem Ankauf eines Werkes verbunden, das als Depositum in die Sammlung des Kunstmuseums Bern eingeht. Die Stiftung wurde 2014 zum Andenken an den Berner Künstler Paul Boesch gegründet und verfolgt das Ziel, zeitgenössische Kunstschaffende nachhaltig zu fördern.
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