Bedeutender Nachlass deutschsprachiger Exilliteratur kommt nach Hamburg

Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg erwirbt einen Teil des Nachlasses des Ehepaars Bruno und Elisabeth Frank. Der Nachlass enthält Briefe von Thomas Mann und weiteren Persönlichkeiten der deutschsprachigen Exilliteratur.



Ein Fotoalbum der Operettendiva Fritzi Massary, Mutter von Liesl Frank. © SUB/Eschborn

„Die Schriften und Dokumente aus dem Nachlass von Bruno und Elisabeth Frank sind wichtige Zeugnisse der deutschsprachigen Exilliteratur. Sie geben Einblicke in das Leben und Denken bedeutender Persönlichkeiten, die vor dem Nationalsozialismus fliehen mussten“, sagt Dr. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder


Diverse Briefe, Postkarten und Telegramme zeugen von der engen Verbindung der Familie Mann (Heinrich, Thomas und Katia, Klaus und Erika) mit Bruno und Elisabeth “Liesl” Frank.  © SUB/Eschborn

Der Nachlass umfasst in seinem ersten Teil Manuskripte von Bruno Frank, Briefe seines engen Freundes Thomas mann und dessen Familie sowie weiteren bedeutenden Exilautoren. Darunter Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Egon Erwin Kisch, Franz Werfel oder Stefan Zweig. Die Briefe, meist aus den späten 1930er und 1940er Jahren, geben Aufschluss über das Leben der deutschsprachigen Exilschriftstellerinnen und -schriftsteller in Südkalifornien.

Bruno Frank kam aus einer jüdischen Bankiersfamilie und hatte Deutschland mit seiner Frau schon nach dem Reichstagsbrand 1933 verlassen. Nach Stationen in Europe ließ sich das Paar 1937 in der Umgebung von Los Angeles nieder.


Zu dem Teilnachlass gehört auch ein Konvolut mit „Lebensdokumenten“ von Bruno und Elisabeth “Liesl” Frank sowie von Fritzi Massary mit diversen Ausweisen, Führerscheinen etc. © SUB/Eschborn 

Von Elisabeth Frank stammt der der zweite Teil des Nachlasses. Er umfasst etwa 100 Briefe aus den Jahren 1945 bis 1949 ihrer Mutter, Fritzi Massary. Die österreichische Operettensängerin war 1939 ebenfalls emigriert und lebte bis zu ihrem Tod 1969 in Beverly Hills..

Neben diesen Briefe ist weitere Familienkorrespondenz und auch Bühnen- und Porträtfotos von Fritzi Massary enthalten, Dokumente von Elisabeth Frank und Drehbücher, an denen sie mitgewirkt hat.

Gefördert wurde der Ankauf aus Privatbesitz durch die Kulturstiftung der Länder und die Hermann Reemtsma Stiftung. Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg wird die Dokumente digitalisieren und frei zugänglich online veröffentlichen.

Mehr unter: www.kulturstiftung.de und www.sub.uni-hamburg.de

Eine Frau steht im Museum. Die Tafeln im Hintergrund sind unscharf. Auf dem Bild steht: Barrierefrei kommunizieren im Museum mit Leichten Bildern. Expertenwissen kompakt. Workshop am 23. Septemner 9 - 11 Uhr
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