Im Rahmen ihres großen „Niederlande-Jahres“ setzt die Kunsthalle Darmstadt ein Ausrufezeichen: Mit Robert Zandvliet kommt einer der bedeutendsten Maler unserer Zeit in die Stadt. Seine aktuelle Serie „Paradaidha“ ist mehr als nur eine Ausstellung – sie ist eine Einladung, in idealisierte Naturräume einzutauchen und die Welt für einen Moment draußen zu lassen.
Wer die Ausstellungsräume betritt, wird von neun monumentalen Farbfeldmalereien empfangen. Zandvliet, ein Meister der großformatigen Geste, schafft hier sogenannte „Immersionsräume“: Bilder, die so groß und tief sind, dass man nicht nur vor ihnen steht, sondern fast in ihnen verschwindet.
Das Fenster zur idealen Natur
Der Titel der Serie, „Paradaidha“, führt uns weit zurück zu den Wurzeln unseres Wortes „Paradies“ – dem altpersischen Begriff für einen ummauerten, fruchtbaren Garten.
- Die Pforte zur Kunst: Das Motiv der „Porta“ (Pforte) zieht sich wie ein roter Faden durch die Schau. Jedes Werk fungiert als Schwelle zu einer „menschenfreundlichen Natur“.
- Zwischen Romantik und Impressionismus: Zandvliets Pinselduktus weckt unweigerlich Assoziationen zu den Großen der Kunstgeschichte. Man meint, die sehnsuchtsvollen Horizonte eines Caspar David Friedrich zu erkennen, nur um im nächsten Moment von der flirrenden Lichtatmosphäre eines Claude Monet eingefangen zu werden.
Ein Rundgang wie ein Gartenspaziergang
Die Kuratierung der Ausstellung folgt der Logik eines Gartens. Neben den neuen, gewaltigen Leinwänden finden sich auch ältere Gemälde und Monotypien des Künstlers.
Durch diese Gegenüberstellung wird sichtbar, wie konsequent Zandvliet seine malerische Sprache über die Jahre entwickelt hat: weg vom rein Abbildhaften, hin zu einer Malerei, die selbst zur Natur wird.
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