Am 13. März 2026 wurde auf der Weltkunstmesse TEFAF in Maastricht erstmals der „Ernst von Siemens Preis für Kunst und Handel“ vergeben. Die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung ehrt das Frankfurter Städel Museum und den Kunsthändler Wolfgang Wittrock für ihre Kooperation bei einem der spektakulärsten Ankäufe der letzten Jahre.
Ein Meilenstein: Beckmanns „Selbstbildnis mit Sektglas“
Im Zentrum der Auszeichnung steht der Erwerb von Max Beckmanns Meisterwerk aus dem Jahr 1919. Das Gemälde, das sich zuvor als Leihgabe im Städel befand, konnte 2020 dauerhaft für die Sammlung gesichert werden.
- Die Rolle des Handels: Wolfgang Wittrock agierte hier nicht nur als Makler, sondern als behutsamer Vermittler zwischen den Erben von Hermann Lange und dem Museum. Sein Verhandlungsgeschick ebnete den Weg für das preisliche Entgegenkommen der Eigentümer.
- Die Allianz der Förderer: Erst durch dieses Fundament konnten Institutionen wie die Kulturstaatsministerin, die Ernst von Siemens Kunststiftung und private Mäzene die Finanzierung stemmen.
Warum dieser Preis jetzt wichtig ist
Die Ernst von Siemens Kunststiftung reagiert mit diesem neuen Format auf eine reale Veränderung im Kunstbetrieb. Der Preis verfolgt drei strategische Ziele:
- Wissensressourcen nutzen: Da Museen oft unter Personal- und Zeitnot leiden, leistet der Handel heute wesentliche Vorarbeit in der Forschung und Provenienzrecherche.
- Mäzenatisches Handeln fördern: Der Handel wird ermutigt, Informationen freigiebig zu teilen und komplexe, langwierige Finanzierungsprozesse der öffentlichen Hand geduldig zu begleiten.
- Qualitätssicherung: Die Auszeichnung erinnert an Wittrocks Lebenswerk, dem die deutsche Museumslandschaft auch Ikonen wie Kirchners Potsdamer Platz (Berlin) oder Picassos Femme au violon (München) verdankt.
Ein Zeichen für die Zukunft der Sammlungen
Städel-Direktor Philipp Demandt und Wolfgang Wittrock zeigen par excellence, wie Vertrauen zwischen Institution und Markt funktioniert. Der Preis unterstreicht, dass bedeutende Rückführungen oder Ankäufe für die Öffentlichkeit heute nur noch durch eine symbiotische Partnerschaft möglich sind.
Mehr unter: www.ernst-von-siemens-kunststiftung.de







