Licht, Farbe und radikale Aufbruchsstimmung: Ab dem 28. Februar 2026 wird Potsdam zum Schauplatz einer kunsthistorischen Sensation. Die Ausstellung „Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland“ präsentiert mit über 100 Gemälden ein Panorama jener Epoche, die das Sehen in Deutschland für immer veränderte.
Lange Zeit galt der Impressionismus als rein französisches Phänomen. Doch die Schau im Museum Barberini korrigiert diesen Blick und zeigt, wie leidenschaftlich und eigenständig deutsche Künstlerinnen und Künstler die Natur und das moderne Leben auf die Leinwand baten.
Ein Who-is-Who der deutschen Moderne
Im Zentrum steht Max Liebermann, der unermüdliche Motor der Berliner Sezession. Doch die Ausstellung geht weit über den „König der deutschen Impressionisten“ hinaus. Sie vereint die großen Protagonisten und heute wiederzuentdeckende Pionierinnen der Bewegung:
- Die „Dreigestirn“: Neben Liebermann glänzen Hauptwerke von Lovis Corinth und Max Slevogt.
- Die vergessenen Meisterinnen: Ein besonderer Fokus liegt auf den starken weiblichen Stimmen des Impressionismus, darunter Dora Hitz, Sabine Lepsius, Maria Slavona und Eva Stort.
- Realismus trifft Licht: Werke von Fritz von Uhde und Philipp Frank verdeutlichen den Übergang vom sozialen Realismus zur lichtdurchfluteten Freilichtmalerei.
Ein Gipfeltreffen internationaler Leihgeber
Dass diese Schau in dieser Dichte möglich ist, gleicht einem diplomatischen Kraftakt der Kunstwelt. Über 60 Leihgeber aus ganz Europa haben ihre Schätze nach Potsdam geschickt.
- Nationaler Glanz: Spitzenwerke kommen aus der Alten Nationalgalerie Berlin, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Hamburger Kunsthalle sowie dem Städel Museum Frankfurt.
- Internationale Allianz: Auch das Musée d’Orsay in Paris und das Belvedere in Wien unterstreichen mit ihren Leihgaben die europäische Bedeutung des deutschen Impressionismus.
„Avantgarde“ ist mehr als eine Bilderschau; es ist die Erzählung eines Befreiungsschlags gegen die erstarrte akademische Malerei des Kaiserreichs. Die Besucher erleben hautnah, wie der flüchtige Moment, das Spiel von Licht und Schatten und die subjektive Empfindung zur neuen künstlerischen Wahrheit wurden.
Trailer: MACO Film
Mehr unter: www.museum-barberini.de




