In diesem Video der Reihe „Stahlschere Papier“ präsentiert Ralf Raths, der Direktor des Deutschen Panzermuseums Munster (DPM), die Ergebnisse der großen Besucherumfrage aus den Jahren 2024 und 2025. Er gibt tiefe Einblicke in die Demografie, die Zufriedenheit und die wirtschaftliche Bedeutung des Museums für die Region.
Hier sind die zentralen Erkenntnisse:
1. Besuchszahlen und Einordnung
- Rekordjahr: 2023 war mit über 128.000 Besuchern das erfolgreichste Jahr in der Geschichte des Museums.
- Top 5 %: Mit diesen Zahlen gehört das DPM zu den oberen 5,8 % der meistbesuchten Museen in Deutschland und ist kein Nischenmuseum mehr.
- Krisenfest: Die Coronakrise wurde deutlich schneller und besser überwunden als im Bundesdurchschnitt der Museen.
2. Wer besucht das Museum? (Demografie)
- Junges Publikum: Die Besucherstruktur ist im Vergleich zu anderen Museen sehr jung (Schwerpunkt 20–39 Jahre), was oft an den vielen Familien liegt, die technische Museen besuchen.
- Geschlechterverteilung: Etwa 75 % männlich und 25 % weiblich. Das Ziel, durch die neue, kontextualisierte Ausstellung mehr Frauen anzusprechen, wurde statistisch noch nicht messbar erreicht.
- Militärische Vorbildung: Überraschenderweise haben fast 90 % der Besucher keine tiefergehende militärische Prägung (keine Dienstzeit oder nur Wehrpflicht). Das Museum muss also grundlegende militärische Begriffe für Laien erklären.
- Herkunft: Knapp 50 % kommen aus Nordwestdeutschland. Der Anteil internationaler Gäste (v. a. Niederlande, Österreich, Schweiz) liegt real vermutlich bei ca. 10–15 %.
3. Zufriedenheit und Feedback
- Hohe Akzeptanz: Über 90 % der Besucher bewerten sowohl die Gestaltung als auch die Inhalte der neuen Ausstellung mit „gut“ oder „sehr gut“.
- Kritik am Shop: Hier gibt es mehr Unzufriedenheit (ca. 6 %), primär wegen der begrenzten Auswahl (Platzmangel) und als zu hoch empfundener Preise, was Raths mit gestiegenen Produktionskosten und Qualitätsansprüchen erklärt.
- Woke-Kritik: Nur ein Bruchteil der negativen Bewertungen (ca. ein Drittel der wenigen unzufriedenen Stimmen) bezieht sich auf Themen wie Gendern oder eine „zu kritische“ (woke) Darstellung.
4. Wirtschaftsfaktor für Munster
- Tourismus-Motor: Etwa 87,5 % der Besucher kommen ausschließlich wegen des Panzermuseums nach Munster.
- Übernachtungen: Das Museum generiert jährlich ca. 19.000 Übernachtungen in der Stadt, was etwa 40 % des gesamten Übernachtungsvolumens von Munster entspricht.
5. Social Media
- YouTube als Aushängeschild: Der Kanal ist mit über 145.000 Abonnenten das wichtigste digitale Standbein. Dennoch gaben 58 % der Museumsbesucher an, den Kanal (noch) nicht zu schauen, was großes Wachstumspotenzial aufzeigt.
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