Wie bringt man ein denkmalgeschütztes Museum aus dem Jahr 1889 ins 21. Jahrhundert? Die Antwort gibt die Nass-Sammlung im Berliner Naturkundemuseum. Was nach dem Zweiten Weltkrieg noch eine Ruine war, ist heute ein modernes Schaufenster der Wissenschaft – und soll nur der Anfang sein.
Glas für Glas: Forschung wird erlebbar
Tausende Gläser mit Fischen, Schlangen und anderen Tieren: Die weltweit bedeutende Nass-Sammlung des Berliner Naturkundemuseums ist längst mehr als ein bloßer Magazinbestand. Sie zeigt, wie Forschung öffentlich erlebbar gemacht werden kann. Wo heute Besucher hinter die Kulissen der Wissenschaft blicken können, stand noch vor wenigen Jahrzehnten eine zerstörte Bausubstanz. Die Sammlung beweist, dass alte Museen nicht nur Staub fangen, sondern lebendige Orte der Entdeckung sein können.
2010: Der Wiederaufbau, der alles veränderte
Der entscheidende Schritt geschah 2010. Der Ostflügel des Museums, der nach dem Zweiten Weltkrieg jahrzehntelang als Ruine dalag, wurde wiederaufgebaut. Seitdem sind die wertvollen Bestände der Nass-Sammlung erstmals dauerhaft öffentlich sichtbar. Was als notwendige Sanierung begann, entwickelte sich zu einem Leitbild für die Zukunft des gesamten Hauses: Altes bewahren, aber so aufbereiten, dass es die Gegenwart begeistert.
Nächster Schritt: Die Trockenfischsammlung erwacht
Direkt neben dem modernen Ostflügel liegt ein weiterer Schatz – noch verborgen. Die historische Trockenfischsammlung befindet sich in einem Gebäudeteil, der seit 1918 nicht mehr saniert wurde. Doch auch dieser Trakt soll künftig Teil des Museumsprogramms werden. Das Ziel ist klar: Das Naturkundemuseum will seine gesamte Fläche für die Öffentlichkeit öffnen und so die Ausstellungsfläche verdoppeln.
Museums-Evolution: Schritt für Schritt ins 21. Jahrhundert
Das Berliner Naturkundemuseum versteht seine Zukunft als Evolution, nicht als Revolution. Statt das denkmalgeschützte Gebäude von 1889 zu verlassen, wird es Stück für Stück modernisiert. Die Nass-Sammlung ist das beste Beispiel dafür, wie historische Substanz und zeitgemäße Präsentation zusammengehen. Wer heute durch die Glasgänge schlendert, sieht nicht nur tote Tiere in Alkohol – er erlebt, wie ein Museum sich selbst neu erfindet.
Mehr unter: museums-evolution.de/





