Vernetzte Bestände: Niedersachsens Landesmuseen starten Digitaloffensive „DigiVerS“

Mit einem Budget von 2,8 Millionen Euro leiten die sechs niedersächsischen Landesmuseen eine neue Ära der Wissensvermittlung ein. Das Verbundprojekt „DigiVerS“ bündelt Forschungsdaten, schafft innovative Infrastrukturen und macht das kulturelle Erbe des Landes erstmals an zentraler Stelle digital zugänglich.

In Niedersachsen hat ein wegweisender digitaler Schulterschluss begonnen: Die sechs staatlichen Landesmuseen in Hannover, Oldenburg und Braunschweig vernetzen ihre wissenschaftlichen Datenbestände. Das Projekt „DigiVerS“ (Digitale Verantwortung und Sichtbarkeit) zielt darauf ab, museales Wissen nicht nur zu bewahren, sondern es nach modernen Standards der Open Science für Forschung und Öffentlichkeit gleichermaßen nutzbar zu machen.

Infrastruktur für die Wissenschaft von morgen

Das Vorhaben ist weit mehr als eine reine Digitalisierung von Exponaten. In Zusammenarbeit mit namhaften Partnern wie der Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (GBV) und der Universität Hildesheim entwickeln die Häuser einheitliche Standards für das Forschungsdatenmanagement.

Wissenschaftsminister Falko Mohrs bezeichnet das Projekt als Meilenstein, der eine zukunftsfähige Basis für den Umgang mit kulturellen Daten schafft. Ein Kernelement ist die Integration der niedersächsischen Datenschätze in die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), wodurch die Bestände bundesweite Sichtbarkeit erlangen.

Digitalkurator:innen als Schnittstelle

Um die Brücke zwischen klassischer Museumsarbeit und digitaler Infrastruktur zu schlagen, kommen spezialisierte Digitalkurator:innen zum Einsatz. Sie agieren sowohl im Verbund als auch direkt in den einzelnen Häusern, um Datenmodelle zu optimieren und neue Vermittlungsformate zu entwerfen. „DigiVerS“ bildet dabei zusammen mit den Parallelprojekten Culture Cloud und KI in Museen ein Innovationsbündel, das auch den Einsatz künstlicher Intelligenz im Museumskontext vorantreibt.

Das auf zwei Jahre angelegte Projekt wird durch das Programm zukunft.niedersachsen vom Land und der VolkswagenStiftung finanziert. Es positioniert die beteiligten Häuser als Vorreiter einer offenen und vernetzten Wissenschaftskommunikation.

Die beteiligten Institutionen

  • Hannover: Landesmuseum Hannover
  • Oldenburg: Landesmuseum Natur und Mensch | Landesmuseum Kunst & Kultur
  • Braunschweig: Herzog Anton Ulrich-Museum | Braunschweigisches Landesmuseum | Staatliches Naturhistorisches Museum

Mehr unter: www.landesmuseum-hannover.de

Anzeige

Museumskalender

Newsletter