Unglaublich! Wenn zeitgenössische Kunst die Sphären der Religion berührt

Religion prägt Identitäten, taktet den Alltag und formt unsere Moralvorstellungen – oft so unterschwellig, dass wir es kaum noch bemerken. Die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen wagt ab dem 21. März 2026 ein faszinierendes Experiment: Elf Künstlerinnen und Künstler untersuchen die Kraft religiöser Bildwelten und Rituale in der heutigen Zeit.

Unter dem treffenden Titel „Unglaublich!“ versammelt die Schau Positionen, die sich zwischen tiefer Gläubigkeit, agnostischer Neugier und kritischer Distanz bewegen. Es ist eine Einladung, das vermeintlich Bekannte mit völlig neuen Augen zu sehen.

Elf Stimmen, viele Welten

Die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler bringen unterschiedlichste Biografien mit: christlich, jüdisch, muslimisch oder atheistisch geprägt. Dieser interreligiöse Dialog findet nicht in der Theorie statt, sondern manifestiert sich in der Kunst:

  • Ikonographie & Symbolik: Wie wirken jahrhundertealte religiöse Zeichen in der modernen Bildsprache?
  • Ritual & Architektur: Die Faszination für sakrale Räume und Handlungen wird in Installationen und Fotografien greifbar.
  • Glaube & Zweifel: Viele Arbeiten berühren die großen existenziellen Fragen. Was trägt uns? Woher kommen wir? Und was bleibt, wenn der Zweifel siegt?

Dekonstruktion und Neuinterpretation

Die Ausstellung stellt spannende Fragen zur Materialität des Heiligen:

  • Entfremdung: Was passiert mit spirituellen Objekten, wenn sie ihre ursprüngliche Funktion verlieren? Werden sie zu reinem Abfall oder zu autonomen Kunstwerken?
  • Mediale Vielfalt: Die Schau ist ein multimediales Erlebnis. Von klassischen Gemälden und feinen Aquarellen über Skulpturen und Fotografien bis hin zu Videoarbeiten und raumgreifenden Installationen.

Kuratiert von Künstlern für Künstler

Ein besonderer Akzent der Ausstellung liegt in ihrer Entstehung: Sie wurde exklusiv für Bietigheim-Bissingen von den beiden Berliner Künstlern Matthias Beckmann und Roland Stratmann kuratiert. Ihr Insider-Blick garantiert eine Auswahl, die jenseits von Klischees zur echten Auseinandersetzung und zum Dialog einlädt.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler

Martin Assig (1959 in Schwelm), Marwan Bassiouni (1985 in Morges, Schweiz), Matthias Beckmann (1965 in Arnsberg), Nezaket Ekici (1970 in Kırşehir, Türkei) & Marcus Shahar (1971 in Petach Tikwa, Israel), Michal Fuchs (1983 in Negev, Israel), Ana Hupe (1983 in Rio de Janeiro, Brasilien), Anahita Razmi (1981 in Hamburg), Nadine Rennert (1965 in Neustadt an der Weinstraße), Miguel Rothschild (1963 in Buenos Aires, Argentinien), Roland Stratmann (*1964 in Südlohn)

Mehr unter: galerie.bietigheim-bissingen.de

Museumskalender

Bild mit der Aufschrift "Museumsnachrichten". Link zu den Nachrichtentexten auf museumsfernsehen.de

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