„überLeben – Walheimat Urmeer“: Ausstellung im Lippischen Landesmuseum Detmold zeigt die Urzeit der Meere

Wale, Haie und Seekühe bevölkerten vor Millionen von Jahren ein warmes Meer, das sich über Teile des heutigen Nordrhein-Westfalens erstreckte. Die Ausstellung „überLeben – Walheimat Urmeer“ im Lippischen Landesmuseum Detmold nimmt Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise in diese längst verschwundene Welt. Spektakuläre Fossilien, lebensnahe Rekonstruktionen und multimediale Inszenierungen veranschaulichen die Evolution der Meeressäuger und die Veränderungen unseres Planeten.

Als Nordrhein-Westfalen noch von einem Urmeer bedeckt war

Wo sich heute Städte, Wälder und Landschaften Nordrhein-Westfalens erstrecken, befand sich vor Millionen von Jahren ein ausgedehntes Meer. In den warmen Gewässern lebten zahlreiche Tierarten, darunter Wale, Haie und Seekühe. Fossilien aus dieser Zeit ermöglichen der Wissenschaft heute Einblicke in die damaligen Lebensräume und ihre Bewohner. Sie dokumentieren eine Phase der Erdgeschichte, in der sich Klima, Landschaften und Ökosysteme deutlich von den heutigen Verhältnissen unterschieden. Die Ausstellung „überLeben – Walheimat Urmeer“ im Lippischen Landesmuseum Detmold macht diese erdgeschichtliche Vergangenheit anschaulich und zeigt, welche Spuren der einstigen Meereswelt bis heute erhalten geblieben sind.

Evolution der Wale und Meeressäuger im Mittelpunkt

Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Entwicklung der Meeressäuger. Ihre Evolution zählt zu den bemerkenswerten Anpassungsprozessen der Erdgeschichte. Die Vorfahren der heutigen Wale lebten ursprünglich an Land. Im Verlauf von Millionen Jahren entwickelten sich daraus hoch spezialisierte Meeressäuger, deren Körperbau zunehmend an das Leben im Wasser angepasst wurde.

Anhand von Fossilien und wissenschaftlich fundierten Lebensrekonstruktionen veranschaulicht die Ausstellung diese Entwicklung. Dabei wird deutlich, wie sich Tiere an veränderte Umweltbedingungen anpassten und neue Lebensräume erschlossen. Neben den Walen stehen auch andere Bewohner der urzeitlichen Meere im Mittelpunkt. Haie, Seekühe und weitere Meerestiere vermitteln ein Bild von der Vielfalt der damaligen Unterwasserwelt.

Fossilien und multimediale Inszenierungen machen Erdgeschichte erlebbar

Die Ausstellung verbindet paläontologische Forschung mit modernen Vermittlungsformen. Originale Fossilien dokumentieren die Lebenswelt vergangener Erdzeitalter, während Rekonstruktionen das Aussehen und die Lebensweise ausgestorbener Tiere veranschaulichen. Multimediale Inszenierungen ergänzen die wissenschaftlichen Exponate und ermöglichen einen anschaulichen Zugang zu komplexen Themen wie Evolution, Artenvielfalt und Umweltveränderungen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Entwicklung einzelner Tierarten. Die Ausstellung zeigt auch, wie sich die Erde im Laufe von Millionen Jahren verändert hat und welche Auswirkungen geologische und klimatische Prozesse auf die Lebensräume der Tiere hatten.

Ausstellungsfilm gibt Einblicke in die paläontologische Forschung

Ein begleitender Ausstellungsfilm führt durch „überLeben – Walheimat Urmeer“ und stellt ausgewählte Exponate und Themen vor. Neben Aufnahmen aus den Ausstellungsräumen bietet das Video Einblicke in die Arbeit des Kurators. Dabei wird erläutert, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anhand fossiler Überreste Rückschlüsse auf ausgestorbene Tierarten und frühere Lebensräume ziehen können.

Der Film verdeutlicht, wie die Paläontologie die Entwicklung des Lebens auf der Erde erforscht und aus einzelnen Fundstücken ein umfassenderes Bild längst vergangener Ökosysteme rekonstruiert.

Paläontologische Landesausstellung Nordrhein-Westfalen: Drei Museen arbeiten zusammen

„überLeben – Walheimat Urmeer“ ist der dritte Teil der Paläontologischen Landesausstellung Nordrhein-Westfalen.

Das gemeinsame Ausstellungsprojekt wurde vom LWL-Museum für Naturkunde in Münster, dem Ruhr Museum in Essen und dem Lippischen Landesmuseum Detmold entwickelt. Initiiert und gefördert wurde die Landesausstellung durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Mit der Zusammenarbeit der drei Museen sollen die erdgeschichtliche Vergangenheit Nordrhein-Westfalens und die Bedeutung paläontologischer Forschung einer breiten Öffentlichkeit vermittelt werden. Die Ausstellung in Detmold richtet den Blick insbesondere auf die urzeitlichen Meereswelten und die Evolution ihrer Bewohner. Sie zeigt, dass die heutige Landschaft Nordrhein-Westfalens Teil einer wechselvollen Erdgeschichte ist, deren Zeugnisse sich bis heute in Fossilien erhalten haben.

Mehr unter: lippisches-landesmuseum.de/s

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