Das Gerhard-Marcks-Haus zeigt die erste Einzelausstellung der irischen Bildhauerin auf dem europäischen Festland – Skulpturen, die festhalten, was längst nicht mehr da ist.
Eine Premiere auf dem Festland
Das Gerhard-Marcks-Haus Bremen präsentiert mit „Memory and Presence” die erste Einzelausstellung der irischen Bildhauerin Daphne Wright (geb. 1963) auf dem europäischen Festland. Die Schau umfasst Werke aus allen Phasen ihres Schaffens – von frühen Installationen aus Gips und Alufolie bis zur jüngsten Arbeit aus dem Jahr 2025.
Kustodin Mirjam Verhey über Daphne Wright und ihre Bremer Ausstellung
Skulpturen als Zeugen des Vergänglichen
Wrights nahezu lebensgroße Skulpturen und Installationen halten Seinszustände fest – Momente, Körper, Lebenslagen, die einmal Realität waren. Ihre Themen sind die großen menschlichen Übergänge: Kindheit und Erwachsensein, Leben und Tod, Anwesenheit und Verlust. Fragile Materialien wie ungebrannter Ton, Gips und Kunstharzprodukte sowie die vorherrschenden Weißtöne verleihen den Arbeiten eine stille, melancholische Präsenz, die sich dem Betrachter langsam erschließt.
Modellierung und Abguss: Gegensätze als Methode
Wright arbeitet mit scheinbar gegensätzlichen Verfahren – Modellierung einerseits, Abgüsse nach lebenden und toten Wesen andererseits. Diese Spannung ist kein Widerspruch, sondern Programm: Jedes Werk entfaltet dadurch einen eigenen Wirkungsgrad, eine eigene emotionale Dichte.
„Sons and Couch”: Ein Werk, das bereits Aufsehen erregt hat
Besonderes Interesse dürfte die neueste Arbeit „Sons and Couch” (2025) auf sich ziehen – ein lebensgroßer Abguss von Wrights beiden Söhnen, der in England bereits für großes Aufsehen sorgte. Das Werk verdichtet zentrale Motive ihres Schaffens: Körperlichkeit, Mutterschaft, Zeit und die Frage, was bleibt, wenn ein Moment vergangen ist.
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