Städel Museum zeigt erste Retrospektive von Annegret Soltau – Ikone feministischer Body Art

Das Städel Museum präsentiert mit „Annegret Soltau. Körper – Politik – Identität“ erstmals eine umfassende Retrospektive der wegweisenden Künstlerin Annegret Soltau (*1946). Über 80 Werke geben Einblick in fünf Jahrzehnte künstlerischer Auseinandersetzung mit Körper, Identität und gesellschaftlichen Machtstrukturen. Die Ausstellung läuft ab sofort und wurde in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin selbst konzipiert.

Soltau gilt als Pionierin der feministischen Body Art und inszenierten Fotografie. Ihre Arbeiten – von frühen Zeichnungen über experimentelle Fotografie und Videokunst bis hin zu installativen Werkkomplexen – stellen den weiblichen Körper ins Zentrum einer radikal persönlichen, politischen Bildsprache. Besondere Aufmerksamkeit verdienen ihre „Fotovernähungen“ – eindrucksvolle Selbstporträts, bei denen sie Fotografie mit Nadel und Faden perforiert. Viele der gezeigten Werke stammen direkt aus ihrem Atelier, darunter zahlreiche bisher unveröffentlichte Arbeiten.

„Annegret Soltau hat mit ihrem kompromisslosen Werk ein neues Kapitel in der Kunstgeschichte geschrieben“, so Svenja Grosser, Leiterin der Sammlung Gegenwartskunst am Städel Museum und Kuratorin der Ausstellung. „Sie nutzt ihren eigenen Körper als Austragungsort für die Verhandlung gesellschaftlicher Normen und Strukturen – und das mit beispielloser Konsequenz.“

Lange Zeit war Soltau eher ein Geheimtipp. Heute zählt sie zu den bedeutendsten Stimmen feministischer Gegenwartskunst. Mit dieser Ausstellung würdigt das Städel Museum nicht nur ihr Lebenswerk, sondern unterstreicht auch die bleibende Relevanz von Soltaus künstlerischem und politischem Engagement.

Mehr unter: www.staedelmuseum.de

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