Erstmals seit über 20 Jahren zeigt die französische Konzeptkünstlerin eine Einzelausstellung in Berlin – zum 30. Jubiläum des Hamburger Bahnhofs und mit einem eigens für das Museum geschaffenen neuen Werk.
Eine Rückkehr nach Berlin
Vom 13. November 2026 bis 4. April 2027 zeigt der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart die erste Berliner Einzelausstellung von Sophie Calle seit über zwei Jahrzehnten. Sechs Werkkomplexe aus drei Jahrzehnten geben einen Einblick in die Medienvielfalt der 1953 in Paris geborenen Konzeptkünstlerin – Fotografie, Text, Installation und Video. Calle befasst sich oft autobiografisch, düster und zugleich humorvoll mit den Auswirkungen von Erinnerung, Verlust und Geschichte.
Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein Werk aus der Sammlung des Hamburger Bahnhofs: die Serie „Die Entfernung”, entstanden in Berlin 1996 – dem Gründungsjahr des Museums. Zwölf Fotografien zeigen öffentliche Orte, an denen Symbole der DDR nach der Wiedervereinigung entfernt wurden, ergänzt durch Beschreibungen von Passantinnen und Passanten. Das Werk verknüpft Kunstgeschichte, Stadtgeschichte und kollektives Gedächtnis auf charakteristisch stille Weise.
„Les fantômes d’Orsay”: Eine Installation kehrt zurück
Erstmals seit ihrer Entstehung für das Musée d’Orsay in Paris wird die raumgreifende Installation „Les fantômes d’Orsay” (2022) erneut ausgestellt. Zwischen 1978 und 1981 hielt sich Calle fast täglich in Zimmer 501 des verlassenen Hotels im ehemaligen Bahnhof Gare d’Orsay auf – einem Ort, der wie der Hamburger Bahnhof zum Kunstmuseum wurde. Die Installation vereint gefundene Objekte, Fotografien und Texte zu einem Werk über Abwesenheit und das Nachleben von Orten.
Eine Künstlerin von internationalem Rang
Sophie Calle vertrat Frankreich 2007 auf der Biennale di Venezia. Ihre Werke wurden unter anderem im Centre Pompidou Paris, der Tate Britain London, dem Art Institute of Chicago und dem Musée Picasso gezeigt. Sie befinden sich in Sammlungen des Metropolitan Museum of Art und des Guggenheim Museums in New York sowie des Louisiana Museums und der Nationalgalerie Berlin.
30 Jahre Hamburger Bahnhof: Ein Jubiläumswochenende
Die Ausstellung eröffnet zum Jubiläumswochenende vom 14. bis 15. November 2026 – Höhepunkt des Jahresprogramms anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Museums. Für 30 Stunden ist das Haus durchgehend bei freiem Eintritt geöffnet. Parallel findet eine internationale Konferenz zur Zukunft zeitgenössischer Sammlungsmuseen statt. Das Jubiläumsprogramm 2026 umfasst insgesamt acht Sonderausstellungen, eine neue Sammlungspräsentation sowie Performances und Konzerte.
Anlässlich des 30. Jubiläums des Hamburger Bahnhofs entsteht ein neues Werk von Sophie Calle, das als Schenkung in die Sammlung des Museums eingeht – eine dauerhafte Verbindung zwischen der Künstlerin und einem Ort, der 1996 mit einem ihrer Werke seine Geschichte begann.
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