smARTmatch: Wenn KI nach verlorenem Kunstbesitz sucht

Tausende Gemälde auf Online-Auktionsplattformen, aber nur wenige Expertinnen und Experten, die sie mit Kriegsverlusten abgleichen können. Studierende des Hasso Plattner Instituts haben ein KI-Tool entwickelt, das diese Suche automatisiert – und damit Museen bei der Rückgewinnung verlorener Werke unterstützen könnte.

Es ist eine Arbeit, die eigentlich nie endet: Kunstexpertinnen und -experten durchsuchen manuell Online-Auktionsplattformen, auf denen zeitgleich tausende Gemälde angeboten werden – in der Hoffnung, eines der vielen noch immer vermissten Kriegsverluste oder Werke aus NS-Raubkunst zu entdecken. Was eine Einzelperson, ja selbst ein ganzes Team, nicht systematisch leisten kann, soll künftig ein KI-gestütztes Tool übernehmen: smARTmatch, entwickelt von Marika Kiehne und Simon Hubert am Hasso Plattner Institut in Potsdam – in Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG).

Das System kombiniert zwei Ansätze: Zum einen werden Beschreibungstexte von Auktionsangeboten automatisch ausgewertet und relevante Informationen extrahiert. Zum anderen vergleicht eine Bild-KI die angebotenen Werke mit Datenbanken verlorener Gemälde. Ziel ist es, die wahrscheinlichsten Treffer herauszufiltern – die abschließende Bewertung bleibt Expertinnen und Experten vorbehalten.

Unvollständige Daten, trügerische Ähnlichkeiten

Die zentralen Herausforderungen liegen in der Datenlage: Sowohl die Informationen von Auktionsplattformen als auch historische Verlustdaten sind oft ungenau und unvollständig. Hinzu kommt das Problem von Kopien und wiederkehrenden Motiven – Werke, die einem verlorenen Gemälde verblüffend ähneln, aber keine echten Treffer sind. Die Verfeinerung der Modelle, um solche Falsch-Positive zu reduzieren, war ein zentraler Teil der Projektarbeit.

Für Museen ist das Potenzial des Tools erheblich: Noch immer sind zahlreiche Werke aus Kriegsverlusten und NS-Raubkunst nicht aufgetaucht. smARTmatch könnte helfen, sie systematisch aufzuspüren – und der Öffentlichkeit zurückzugeben.

Mehr unter: mai-tagung.lvr.de

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