
Von Dada bis Graffiti, von Neoexpressionismus bis Street Art – eine neue Ausstellung in Emden fragt, was Buchstaben in der Kunst können, was Worte allein nicht vermögen.
Eine Ausstellung über das Verhältnis von Schrift und Bild
Vom 15. August 2026 bis 28. Februar 2027 zeigt die Kunsthalle Emden mit „Grosse Buchstaben, Grelle Farben” eine Ausstellung, die einem der faszinierendsten Spannungsfelder der modernen und zeitgenössischen Kunst nachgeht: dem Verhältnis von Schrift und Bild. Rund zwanzig Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler fragen, wie Buchstaben, Worte und Sätze im Bild wirken – als Zitat, als ergänzendes Element oder als eigentliches Hauptmotiv.
Von Dada bis zu den Neuen Wilden: Eine kunsthistorische Spurensuche
Schrift im Bild ist spätestens seit der klassischen Moderne ein kunsthistorisches Thema. Die Dada-Bewegung setzte wegweisende Impulse; im Neoexpressionismus und den Neuen Wilden – beide Sammlungsschwerpunkte der Kunsthalle Emden – wurde Schrift zum elementaren Bestandteil des Bildes. Die Ausstellung knüpft an diese Geschichte an und führt sie in die Gegenwart weiter. Stets steht die gestalterische Formgebung in produktiver Spannung zum wörtlichen, sprachlichen oder symbolischen Gehalt.
Graffiti als gleichberechtigte Kunstform
Ergänzt wird die Ausstellung durch Werke von Graffiti-Writerinnen und Writern, die die Künstlerin MadC als Co-Kuratorin ausgewählt hat. Seit den 1970er Jahren hat sich Graffiti zu einer weltweiten Subkultur entwickelt, die das Erscheinungsbild moderner Städte nachhaltig geprägt hat. Lesbarkeit, Formgebung und die Spannung zwischen Zeichen und Bedeutung – Fragen, die sich in der zeitgenössischen Kunst stellen, stellen sich im Graffiti ebenso. Die Ausstellung eröffnet so einen Dialog zwischen unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen, die sich manchmal annähern und manchmal bewusst Gegenposition beziehen.
„Hit the Trog”: Emden als Bühne für internationale Graffiti-Kunst
Anlass der Ausstellung ist das von der Stadt Emden organisierte Event „Hit the Trog” vom 14. bis 16. August 2026. An der sogenannten Trogstrecke – einer belebten Verkehrsachse im Herzen Emdens – wird eine zusammenhängende Wandfläche von 2.300 Quadratmetern für mehr als 70 internationale Graffiti-Künstlerinnen und Künstler freigegeben. Die entstehenden Werke sollen dauerhaft sichtbar bleiben und den Trog als Kulturort in der Stadt etablieren.
Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler
Norbert Bisky, Monica Bonvicini, Claudia Comte, Daim, Dare, Delta, Nadine Fecht, Shilpa Gupta, L’Atlas, Via Lewandowsky, L’Outsider, Stefan Marx, Olaf Metzel, Rero, Anselm Reyle, Thomas Scheibitz, Shoe, Fiete Stolte, Christian Thoelke und Erwin Wurm.
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