Schimmernde Schönheiten: Messing-Design zwischen Jugendstil und Art Déco

Das Kurpfälzische Museum Heidelberg präsentierte in Kooperation mit dem Deutschen Messingmuseum für angewandte Kunst (Krefeld) die Sonderausstellung „Schimmernde Schönheiten“. Die Schau beleuchtete die Ära des frühen 20. Jahrhunderts, in der Messing als „Metall der Munterkeit“ zum Inbegriff des modernen Lebensstils avancierte.

Messing vereint zwei entscheidende Eigenschaften: den repräsentativen Glanz von Gold und eine hervorragende industrielle Verarbeitbarkeit. In der Zeit zwischen Jugendstil und Art Déco wurde das Material so zum idealen Medium, um die damals geforderte Verschmelzung von Ästhetik und Alltagsfunktion umzusetzen.

Designklassiker der Moderne

Die Ausstellung verdeutlichte, wie renommierte Unternehmen wie AEG, WMF oder die Neue Münchner Kunst das Potenzial des Werkstoffs erkannten. Durch die Zusammenarbeit mit wegweisenden Entwerfern entstanden Objekte, die heute als Ikonen der Designgeschichte gelten. Zu den gezeigten Positionen gehörten Arbeiten von:

  • Peter Behrens, dessen sachliche Entwürfe die moderne Industrieästhetik prägten,
  • Jan Eisenloeffel, bekannt für seine puristische, niederländische Formensprache,
  • Bruno Paul, der den Übergang zu eleganteren, funktionalen Formen mitgestaltete.

Vom Luxusobjekt zum Lebensgefühl

Die über einhundert Exponate – darunter dekorative Tischleuchten, Schreibtischgarnituren, Vasen und Teekannen – zeigten die stilistische Entwicklung von der ornamentalen Verspieltheit des Jugendstils hin zur geometrischen Sachlichkeit des Art Déco. In Kombination mit zeitgenössischem Mobiliar vermittelte die Schau ein ganzheitliches Bild der Wohnkultur jener Jahre.

Dass Messing mehr als nur ein Ersatzmaterial war, belegt ein Zitat der Zeitschrift „Deutsche Kunst und Dekoration“ aus dem Jahr 1923: Hier wurde Messing explizit als Metall des „Frohsinns“ gewürdigt. Die Ausstellung im Kurpfälzischen Museum machte diesen Optimismus und die gestalterische Innovationskraft der Epoche für das heutige Publikum greifbar.

Mehr unter: deutsches-messing-museum.gallery

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