Das Haus der Kunst in München widmet der chilenischen Künstlerin Sandra Vásquez de la Horra unter dem Titel „Soy Energía“ die erste umfassende institutionelle Überblicksausstellung in Europa. Die Schau beleuchtet ein multidisziplinäres Werk, das transnationale Identität, Spiritualität und politische Geschichte verwebt.
Die 1967 in Viña del Mar geborene Sandra Vásquez de la Horra hat eine künstlerische Sprache entwickelt, die tief in der chilenischen Geschichte sowie in ihren Erfahrungen während Jahrzehnten in Deutschland wurzelt. Ihr Schaffen umfasst Zeichnung, Malerei, Film und Performance und adressiert Themen wie Selbstbestimmung, Migration sowie Frauen- und Menschenrechte.
Körper und Geschichte: Das Frühwerk
Ein bedeutender Teil der Ausstellung konzentriert sich auf die Werkserien, die unter dem Eindruck des Pinochet-Regimes zwischen Mitte der 1980er- und 1990er-Jahre entstanden. Vásquez de la Horra setzt sich hier intensiv mit dem Körper auseinander. Durch Zeichen, Wortfragmente und Darstellungen von Mischwesen – hybride Kreaturen aus Mensch, Tier und Pflanze – thematisiert sie die Spannungsfelder zwischen Moral und historischer Realität.
Experimentelle Praxis und Wachstechnik
Charakteristisch für de la Horras Œuvre ist ihre seit 1997 angewandte Technik, Arbeiten in Bienenwachs zu tränken. Diese organische Behandlung verleiht den Zeichnungen eine besondere Materialität und Tiefe. In der Münchner Ausstellung werden diese Werke in experimentellen Hängungen präsentiert, die den Raum szenografisch erschließen und neue, multiperspektivische Raumkonstellationen schaffen.
Erstmalige Präsentation von Video-Performances
Ein besonderes Highlight der Schau ist die Premiere ihrer frühen Video-Performances aus den ersten Jahren in Europa. Diese dokumentieren die Auseinandersetzung der Künstlerin mit existentiellen Themen wie Rassismus, Einsamkeit und der schmerzhaften Erfahrung von Trennung. „Soy Energía“ verbindet diese historischen Arbeiten mit der aktuellen Entwicklung ihres Werks und lädt dazu ein, einen spirituellen Kosmos zu entdecken, der nach der Versöhnung von Mensch und Natur strebt.
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