Unter dem Titel „Queer Ecology“ präsentiert das Lehmbruck Museum die neuesten Werke der in Buenos Aires geborenen Künstlerin Mika Rottenberg (*1976). Die international umfassendste Ausstellung der letzten zwei Jahrzehnte vereint über 30 Arbeiten – darunter Skulpturen, Videos, begehbare Rauminstallationen, interaktive Werke und Rottenbergs ersten Spielfilm „REMOTE“ (2022).
Im Zentrum stehen die Fragen nach der Rolle des Menschen im globalen Konsumsystem, den Absurditäten kapitalistischer Warenproduktion und den prekären Arbeitsbedingungen – insbesondere von Frauen. Rottenberg verbindet diese Themen mit bissigem Humor, Ironie und surrealer Poesie.
Für das Lehmbruck Museum konzipiert die Künstlerin eine raumübergreifende, netzförmig strukturierte Schau, die sich um die Themen „Arbeit“, „Körper“ und „Zukunft“ entfaltet. Der kommunikative Mittelpunkt sind die neuen Skulpturen „Lampshares“, gefertigt aus organischen Materialien und recyceltem Plastik. Damit hat Rottenberg erstmals in ihrem Studio einen eigenen Produktionskreislauf geschaffen – ein Sinnbild nachhaltiger Kunstproduktion.
„Queer Ecology“ beschreibt die Verflechtung von Mensch, Technologie und Umwelt und stellt Fragen nach neuen Formen des Zusammenlebens und -wirkens. Rottenberg geht dabei über binäre Denksysteme hinaus und lädt dazu ein, Natur, Materie und Identität als fluide, sich gegenseitig beeinflussende Prozesse zu verstehen.
Die Ausstellung baut auf zentrale Werke wie „Cheese“ (2008), „NoNoseKnows“ (2015) und „Cosmic Generator“ (2017) auf und verknüpft sie mit aktuellen gesellschaftlichen Diskursen. In Kooperation mit dem Modellprojekt „RuhrortPlus“, das die umweltneutrale Transformation des Duisburger Stadtteils Ruhrort anstrebt, verlässt die Schau bewusst den traditionellen Museumsraum. Rottenbergs Arbeiten fungieren dabei als Katalysatoren für ökologische und soziale Veränderungsprozesse.
Das Projekt wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kunststiftung NRW, der Stadt Duisburg, der Sparkasse Duisburg sowie duisport – Duisburger Hafen AG. Partner der Ausstellung sind das Museum Tinguely, Basel, und das KunstHausWien.
Mehr unter: lehmbruckmuseum.de





