In der aktuellen Ausgabe des Kurzformats „Art in a Minute“ beleuchtet das Wiener Belvedere die radikalen Umbrüche der feministischen Avantgarde. Die Produktion zeigt, wie Künstlerinnen in den 1970er-Jahren den weiblichen Körper zum politischen Instrument transformierten.
Die 1970er-Jahre markieren einen Wendepunkt in der Kunstgeschichte: Erstmals nutzte eine breite Bewegung von Künstlerinnen gezielt neue Medien wie Performance, Fotografie und Film, um gegen tief verwurzelte patriarchale Machtstrukturen aufzubegehren. Das Belvedere Museum fasst diese Ära nun kompakt zusammen.
Der Körper als Werkzeug des Widerstands
Zentrales Element dieser Bewegung war die Selbstrepräsentation. Indem die Künstlerinnen ihre eigenen Körper ins Zentrum ihrer Arbeiten rückten, entzogen sie sich dem passiven „männlichen Blick“ der traditionellen Kunstgeschichte. Das Selbstporträt diente dabei nicht mehr der bloßen Abbildung, sondern wurde zur aktiven Dekonstruktion stereotyper Rollenbilder.
Sichtbarmachung von Machtstrukturen
Das Videoformat macht deutlich, dass die feministische Avantgarde weit über ästhetische Fragen hinausging. Die Werke jener Zeit machten gesellschaftliche Missstände sichtbar und forderten eine radikale Neubewertung weiblicher Identität. In einer Minute liefert das Museum damit einen prägnanten Einblick in eine Kunstströmung, deren Forderungen nach Sichtbarkeit und Selbstbestimmung bis heute an Aktualität nichts verloren haben.
Das Format Art in a Minute des Belvedere Museums bereitet komplexe kunsthistorische Themen für eine digitale Zielgruppe auf und fördert den niederschwelligen Zugang zu den Inhalten der Wiener Sammlung.
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