Gustave Courbet, Realist und Rebell, im Leopold Museum

Das Leopold Museum in Wien präsentiert die erste große Retrospektive des französischen Malers Gustave Courbet seit Jahrzehnten. Die Schau beleuchtet den Aufstieg eines Künstlers, der mit radikaler Authentizität die Konventionen seiner Zeit sprengte und zum Wegweiser der modernen Malerei wurde.

Er gilt als der große Revolutionär der Malerei: Gustave Courbet. Mit rund 130 Exponaten, darunter Leihgaben von über 60 Museen und privaten Sammlungen, zeigt das Leopold Museum eine beeindruckende Werkschau, die von Courbets frühesten Arbeiten bis hin zu seinem Spätwerk im Schweizer Exil reicht.

Die Suche nach der „wahren Wahrheit“

Courbet brach radikal mit dem „schönen Schein“ früherer Epochen. Sein Ziel war die absolute Authentizität – sowohl in der Darstellung der Menschen als auch der Natur. Nichts sollte „verkünstelt“ wirken. Dieser kompromisslose Realismus machte ihn zum Anführer der realistischen Schule und zu einer der widerständigsten Künstlerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts.

Ein Panorama der Motive

Die Ausstellung deckt alle wichtigen Motivgruppen seines rund 1500 Werke umfassenden Œuvres ab:

  • Selbstporträts: Gleich im ersten Raum wird Courbets Selbstdarstellung thematisiert.
  • Landschaften und Seestücke: Seine Naturdarstellungen zeugen von einer tiefen Verbundenheit mit der Realität.
  • Akte und Sozialkritik: Courbet scheute sich nicht vor provokanten Themen, die das gesellschaftliche Gefüge seiner Zeit herausforderten.

Der Rebell der Kunstgeschichte

Der Untertitel der Ausstellung, „Realist and Rebel“, ist Programm. Courbet wird nicht nur als Ästhet, sondern als politischer Kopf gezeigt, der die Revolte liebte und zeitlebens gegen akademische Konventionen ankämpfte. Wer verstehen will, wie die Moderne ihren Anfang nahm, kommt an dieser Schau nicht vorbei.

Mehr unter: www.leopoldmuseum.org

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