„Orte Ost“: Neue Filmreihe beleuchtet Oberschöneweide als industrielles Herzstück

Das DDR Museum startet im Januar 2026 das neue Videoformat „Orte Ost“. Die Pilotfolge widmet sich dem geschichtsträchtigen Standort Berlin-Oberschöneweide – einem Areal, das zwischen technologischem Pioniergeist, sozialistischem Alltag und postindustrieller Transformation steht.

Einst als „Chicago an der Spree“ tituliert, entwickelte sich Oberschöneweide um 1900 zu einer der modernsten Elektropolen Europas. In der DDR-Ära festigte der Standort seine Bedeutung als industrielles Zentrum Ostdeutschlands. Großbetriebe wie das Kabelwerk Oberspree (KWO), das Transformatorenwerk (TRO) und das Werk für Fernsehelektronik (WF) prägten nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Lebensbiografien zehntausender Beschäftigter.

Zwischen technologischem Anspruch und Verfall

Unter der Moderation des Historikers Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk begibt sich die erste Folge auf eine Spurensuche durch das „Silicon Valley des Ostens“. Der Film dokumentiert den sozialistischen Fortschrittsglauben und den hohen technologischen Anspruch der Betriebe, verschweigt jedoch auch den zunehmenden Stillstand und den baulichen Verfall in den 1980er-Jahren nicht.

Durch die Kombination von aktuellem Bildmaterial der „Lost Places“ mit historischem Archivmaterial und Zeitzeugengesprächen entsteht ein differenziertes Bild der ostdeutschen Industriekultur. Dabei schlägt das Format bewusst die Brücke in die Gegenwart: Oberschöneweide wird heute als Innovations- und Hochschulstandort neu definiert, während die monumentalen Industriedenkmäler – wie der berühmte Behrens-Bau – weiterhin das Stadtbild prägen.

Digitales Format zur DDR-Geschichte

Mit „Orte Ost“ setzt das DDR Museum auf eine gegenwartsnahe Vermittlung von Geschichte. Die Reihe erscheint ab Mitte Januar 2026 im zweiwöchigen Rhythmus auf YouTube. Das Ziel ist eine lebendige Auseinandersetzung mit Schauplätzen, deren historische Bedeutung bis in die heutige Transformation und Stadtentwicklung nachwirkt.

Mehr unter: ddr-museum.de

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Museum Angewandte Kunst | Grafik: Bureau Sandra Doeller

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