Oberbürgermeister Mike Josef im gespräch mit Schülerinnen und Schülern verschiedenere Frankfurter Schulen. Ausgangspunkt war die Ausstellung “Im Banne des Zorns” von Andreas Mühe (26. Februar bis 24. Mai 2025).
Über die Ausstellung
Was bleibt von der Vergangenheit, wenn die Zeugen verstummen? Der Fotograf und Installationskünstler Andreas Mühe begibt sich auf eine archäologische Suche nach den emotionalen und politischen Rückständen der deutschen Geschichte. Eine umfassende Werkschau (2004–2024) blickt nun auf zwei Jahrzehnte eines Schaffens, das aktueller – und dringlicher – kaum sein könnte.
In einer Zeit, in der antidemokratische Strömungen und radikale Tendenzen weltweit erstarken, fungieren Mühes Bilder nicht bloß als Ästhetik, sondern als Mahnung. Seine Arbeiten sind visuelle Protokolle einer unvollständigen Aufarbeitung; sie zeigen die Traumata, die unter der Oberfläche unserer Gesellschaft schwelen.
20 Jahre Spurensuche: 2004–2024
Die Werkschau bietet einen breiten Überblick über das Œuvre eines Künstlers, der das Medium Fotografie nutzt, um die deutsche Identität zu sezieren:
- Die Last der Vergangenheit: Mühe befragt die deutsche Geschichte nicht als abgeschlossenes Kapitel, sondern als einen Zeitraum, dessen Narben bis heute spürbar sind.
- Inszenierung und Realität: Seine oft hochgradig inszenierten Bilder spielen mit den Codes von Macht, Heimat und Ideologie. Er entlarvt die Ästhetik des Autoritären, indem er sie überhöht und gleichzeitig bricht.
- Das Unausgesprochene: Viele seiner Werke widmen sich den Leerstellen in der deutschen Erinnerungskultur – jenen Traumata, die in Familien und Institutionen über Generationen hinweg verschwiegen wurden.
Kunst als Impuls für demokratisches Handeln
Die Ausstellung versteht sich explizit als politischer Raum. Angesichts der gegenwärtigen gesellschaftlichen Spannungen möchte die Präsentation mehr sein als eine bloße Retrospektive:
- Dialog statt Stillstand: Die Werke sollen Besucher dazu anregen, über das eigene demokratische Handeln nachzudenken.
- Wachsamkeit: Mühe macht sichtbar, wie schnell historische Narrative instrumentalisiert werden können. Seine Kunst fordert uns auf, die Mechanismen der Radikalisierung frühzeitig zu erkennen.
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