Kay Walkowiak: Wenn Affen zu Mitgestaltern von Kunst werden
Mit seiner Videoarbeit „Stimuli“ ist der Künstler und Filmemacher Kay Walkowiak in der Ausstellung „Animalia“ der Heidi Horten Collection vertreten. Im begleitenden Video gibt Walkowiak Einblicke in die Entstehung seines außergewöhnlichen Projekts, das die Beziehung zwischen Mensch, Tier und Kunst aus einer ungewohnten Perspektive beleuchtet.
Im Mittelpunkt der Arbeit stehen frei lebende Affen, die mit abstrakten Kunstwerken interagieren. Anders als in klassischen Ausstellungsräumen verzichtet Walkowiak bewusst auf jede Kontrolle über den Verlauf des Geschehens. Die Tiere bewegen sich frei, berühren die Kunstwerke und reagieren intuitiv auf die ungewohnte Situation. Das Ergebnis ist ein offener künstlerischer Prozess, dessen Ausgang nicht vorhersehbar ist.
Gedreht wurde „Stimuli“ in der indischen Stadt Jaipur, genauer an einem Tempel, der dem Affengott Hanuman gewidmet ist. Dort leben zahlreiche frei umherstreifende Affen, die regelmäßig von Pilgerinnen und Pilgern gefüttert werden. Dieser Ort verbindet natürliche Lebensräume mit kulturellen und religiösen Traditionen und bildet den idealen Rahmen für Walkowiaks künstlerisches Experiment.
Die im Film verwendeten Objekte orientieren sich an der abstrakten Farbfeldmalerei des 20. Jahrhunderts. Im Kontrast zu den lebendigen Tieren verzichten sie bewusst auf erzählerische Elemente und laden zu einer unmittelbaren, haptischen Begegnung ein. Damit hinterfragt Walkowiak zugleich den klassischen Museumsbetrieb, in dem Kunstwerke in der Regel nicht berührt werden dürfen.
Für den Künstler steht jedoch nicht allein das spielerische Element im Vordergrund. Seine Arbeit regt dazu an, das Verhältnis zwischen Mensch und Tier neu zu betrachten und über einen respektvolleren, artgerechten Umgang nachzudenken. Gleichzeitig plädiert Walkowiak dafür, Kunst auch mit Offenheit, Neugier und einer gewissen Leichtigkeit zu begegnen.
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